Im Ernstfall geht es ums Überleben. Offshore Trainingscenter hat 848 Personen ausgebildet.

Glücklich aufgetaucht aus dem Helikopter-Unterwasser-Ausstiegstrainer, genannt Waschtrommel.  Foto: Sassen

Glücklich aufgetaucht aus dem Helikopter-Unterwasser-Ausstiegstrainer, genannt Waschtrommel. Foto: Sassen

CUXHAVEN. "Waschtrommel" nennen die Insider das einer Helikopterzelle nachempfundene Übungsgerät. Wer aus diesem kopfüber gedrehten Unterwasserkäfig wohlbehalten wieder auftaucht, hat die Königsdisziplin von "Überleben auf See" bestanden.

Wer vorher aussteigt - und davon gibt es Einige - hat auf See nichts zu suchen. So hart sind die Auswahlkriterien im Offshore-Geschäft. Falls der Hubschrauber ins Wasser stürzt, müssen alle Insassen wissen, was zu tun ist. Auf das Training dafür hat sich das Cuxhavener Offshore Safety Trainingscenter Cuxhaven (kurz O.S.T.) spezialisiert.

23 Grad hat das Wasser in der Übungshalle, die Rolf Fremgen, ein ehemaliger Marine-Ausbilder, vor zweieinhalb Jahren zusammen mit zwei Gesellschaftern nahe vom Cuxhavener Fährhafen gebaut hat. 2013 hatten sie bereits einen 22 Meter hohen Trainingsturm für die Höhenrettung auf der Seebäderbrücke ganz nahe der Elbe positioniert - begleitet von Protesten einiger Anwohner, die sich gestört fühlten.

Lehrgänge sind nah an der Realität

Realitätsnähe ist für Fremgen das A und O bei den Lehrgängen. Genau dafür ist Cuxhaven bekannt. Für die Teilnehmer ist es neben Pflicht auch ein bisschen Abenteuerurlaub. Unternehmen aus dem Offshore-Wind-Bereich gehören zu den Hauptkunden.

Die Kurse dauern meist zwischen drei und sieben Tagen. Auch Seeleute, Lotsen, Segler und Festmacher trainieren in dem zwölf mal zwölf Meter großen Becken, um ihre Überlebenschancen in einem Ernstfall zu erhöhen. Draußen in der Deutschen Bucht ist das Wasser meist viel kälter. Nur bei professioneller Ausrüstung und dem richtigen Verhalten kann eine Rettung gelingen. Doch wie klettert man beispielsweise in eine Rettungsinsel?

Auf eben dieses Training haben sich die Profis vom O.S.T. spezialisiert. Fremgen ist stolz auf das Ausbildungszentrum. Die Kunden werden ihm kaum ausgehen. Sie müssen sich in der Regel alle zwei Jahre nachschulen lassen. In allen Bereichen der Seefahrt werden die Sicherheitsbestimmungen umfangreicher, auf deren Einhaltung die Unternehmen peinlichst achten. Damit beim Job auf See möglichst keiner zu Schaden kommt.

Thomas Sassen