Moorgeschichte in einer Säule. 4000 Jahre altes Moorprofil soll erfasst werden.

Beim Hineindrücken der Plexiglasröhre in den Torf ist vom Maschinenführer Frank Patjens äußerstes Feingefühl gefordert. Foto: Tonn

Beim Hineindrücken der Plexiglasröhre in den Torf ist vom Maschinenführer Frank Patjens äußerstes Feingefühl gefordert. Foto: Tonn

ASCHHORN. Das Knacken fuhr allen Beteiligten in die Glieder, als der obere Teil der Plexiglasröhre zerbarst. Der erste Versuch, das 4000 Jahre alte Moorprofil mithilfe eines Baggers in die Röhre zu bekommen, wurde leider nur ein Teilerfolg. Immerhin: Ein Viertel Kubikmeter Torf wurde ausgehoben und damit der Weiß- und Schwarztorf-Horizont erfasst. Und man war um eine Erfahrung reicher.

Die Natureum-Macher hatten sich überlegt, ein Moorprofil im Natureum Niederelbe zu präsentieren und hatten sich dazu den Biologen Georg Ramm von der G.N.U. (Gesellschaft für Natur und Umweltschutz) als wissenschaftlichen Berater auserkoren. Man wusste aber noch nicht, wie groß und aufwendig das Projekt sein werde. Daher wurde zunächst auf Anregung des Museumsleiters Lars Lichtenberg der Versuch gestartet, solch ein Profil mithilfe eines Baggers in ein Plexiglas-Rohr zu bekommen.

Der Transport stellte eine Herausforderung dar

Ein spektakuläres Ereignis, dessen Ausgang ungewiss war. Nicht nur die Bergung, auch der Transport stellte eine Herausforderung dar. Wenn auch die Bergung des gesamten Profils nicht gelang, der Transport auf der Lore klappte hervorragend. Dabei hatten es sich Thomas Bock (Elbe-Küstenpark-Manager im Natureum Niederelbe) und sein Kollege Arnim Heinz sowie Frank Toborg (seit 35 Jahren Moormeister im Euflor Humuswerk Aschhorner Moor) und Biologe Georg Ramm (G.N.U.) so schön vorgestellt, die Röhre (1,70 Meter hoch und 40 cm im Durchmesser) mithilfe eines Baggers sachte in den Boden drücken zu können, ohne die Schichtenabfolge zu verändern und auch die untersten Moorschichten mit aufnehmen zu können. Nur hatte man die Rechnung ohne die harte Wollgrastorfschicht gemacht. Klar wurde: Schon die kleinste Kippung der Röhre würde den Druck verlagern und zum Bersten der Röhre führen, was ja auch geschah.

Beim nächsten Versuch soll eine Wasserwaage zum Einsatz kommen und das Rohr mit einem geschärften Eisenkranz bewehrt werden sowie ein Drehmoment zum Einsatz kommen, um besser durch die Schichten zu gelangen. "Für den ersten Versuch war es ja nicht schlecht. Das Rohr war alt und nur als Testobjekt gedacht", kommentierte Thomas Bock.

 

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