Nahrung für die Insekten. Konzept der "Eh-da-Flächen" hat Früchte getragen.

Das schmeckt anscheinend wunderbar! im Umfeld des Zoos in der Wingst wird die Wiese mit Zeit versetzt sprießender mehrjähriger Blühsaatmischung zum Schlaraffenland für allerlei gierige Rüssel. Foto: Tonn

Das schmeckt anscheinend wunderbar! im Umfeld des Zoos in der Wingst wird die Wiese mit Zeit versetzt sprießender mehrjähriger Blühsaatmischung zum Schlaraffenland für allerlei gierige Rüssel. Foto: Tonn

WINGST. Das wissenschaftliche Konzept der "Eh-da-Flächen" in der Wingst hat Früchte getragen. Es grünt und blüht, summt und brummt, krabbelt und springt, was Flügel und Beinchen hergeben. Am Beispiel der Eh-da-Flächen am "Zoo in der Wingst" und "Am Olymp" wird deutlich, wie Eh-da-Flächen funktionieren und was zielgerichtete Pflege und ein nachhaltiges Konzept ausmachen.

Das "Eh-da-Konzept" setzt auf Flächenressourcen der Kommune, die "eh da" sind und Raum für eine ökologische Aufwertung bieten. Im Fokus steht die Verbesserung von Tracht- und Brutbiotopen für die Wildbienen. Mit vergleichsweise geringem Aufwand und mithilfe engagierter ehrenamtlicher Helfer wurden in der Wingst seit 2017 Lebensräume für Wildbienen und viele andere Kleinlebewesen geschaffen, die das Angebot nach drei Jahren Gewöhnung dankbar annehmen.

Eine zielgerichtete Bestandspflege ist nötig

Kombinierte Lebensräume auf Eh-da-Flächen haben ein mannigfaches Blütenangebot ebenso wie Bruthabitate für Insekten und Reptilien geschaffen. Damit ein ganzjähriges Nahrungsangebot geboten werden kann, ist eine zielgerichtete Bestandspflege nötig.

Dazu zählen die Staffelmahd zum Stängelerhalt, die Mahdgutübertragung durch Drusch, die Aushagerung zur Blütenförderung sowie der Pflegeschnitt mit Totholzerhalt. Erst wenn man die Eh-da-Flächen über das Jahr verfolgt, kann man verstehen, was das Konzept für einen Hintergrund hat. Es gibt aber immer noch Mitmenschen, die sagen über "Eh-da-Flächen": "Das sieht aber unordentlich aus!" Was sie nicht wissen: Die bisweilen wild wuchernden Areale sind wertvolle Refugien, insbesondere für die Wildbienen und sie verfolgen ein nachhaltiges Konzept, da sich das Blühangebot über das Jahr hinweg miteinander ablöst.

Was hier los ist an Insekten - das ist ja ein Wahnsinn! Am Zoo hat man den langen Blühzeitraum nicht durch die zeitlich versetzte Mahd geschaffen, sondern durch unterschiedliche Saatmischungen, da hier auch unterschiedliche Standorte vorherrschen - von feucht bis sehr trocken.

So ist am Graben eine Ufermischungsaat zum Einsatz gekommen.

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