"Für uns ist es sehr schwer". Schausteller Volker Sehlmeyer zur Situation seiner Branche.

Der Cuxhavener Schausteller Volker Sehlmeyer schildert die aktuelle Situation seiner Branche. Und die ist nun wirklich nicht gut. Foto: Witthohn

Der Cuxhavener Schausteller Volker Sehlmeyer schildert die aktuelle Situation seiner Branche. Und die ist nun wirklich nicht gut. Foto: Witthohn

CUXHAVEN. Die Kurier-Redaktion hat sich in den letzten Monaten immer wieder mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie beschäftigt. Vertreter einiger Branchen, die besonders betroffen sind, kamen zu Wort. Heute der Schausteller Volker Sehlmeyer.

Der 63-jährige Cuxhavener hat, wie schon sein Vater Ernst-August, die Veranstaltungslandschaft Cuxhavens in den vergangenen Jahrzehnten mit geprägt.

So organisierte er zahlreiche Hafenfeste, die Europakai-Einweihung, Grodener und Altenwalder Straßenfeste und viele kleinere Veranstaltungen zusammen mit seinem früheren Geschäftspartner Werner Dose.

Der gebürtige Cuxhavener hat nie seinen Optimismus verloren, egal wie stark die Gegenwinde waren. Doch die letzten Wochen und Monate haben viel Kraft und Substanz gekostet, das merkt man ihm schnell an.

"Mein Urgroßvater war Schausteller in dieser Region, die ganze Familie ist mit diesem Beruf groß geworden. Durch den Lockdown sind Veranstaltungen bis zum 31. Oktober untersagt. Die Saison der Schausteller ist damit faktisch beendet. Anfang März liefen die Motoren der Schausteller schon warm. Die Geschäfte waren renoviert, repariert und für die vielen Reisen fertig gemacht. Im Januar und Februar planen wir die ganze Saison, schließen Verträge, organisieren die Fahrten zu den Messen, Märkten, zu Kirmes-Veranstaltungen. Das Personal ist geordert, die Lieferanten sind informiert, die Ware eingekauft. Die Reise hätte losgehen können und diese hätte, wie immer, neun bis zehn Monate gedauert. Niemand ahnte, was da auf uns zu kam. Motoren ausgestellt, Wohnwagen abgehängt und dann das bange Warten. Immer und immer wieder Hoffnungsschimmer, immer und immer wieder Enttäuschungen. Nun macht sich im Kreise der Schausteller bundesweit langsam blankes Entsetzen breit, Resignation, Niedergeschlagenheit. Wo soll das enden?"

Volker Sehlmeyer merkt man an, wie ihm die letzten Monate zugesetzt haben. Er berichtet von der Großdemonstration der Schausteller, die alle um ihre Existenz fürchten, in Berlin.

Den Fernsehsendern waren andere Themen mit zwölf Demonstranten wichtiger, die Schausteller fanden kaum Gehör. "Mein Neffe David Bode war auch vor Ort. Alle sind mit Zugmaschinen und Transportern zum Brandenburger Tor, zum Reichstag gefahren, parkten ihre Fahrzeuge dann an der Siegessäule über mehrere Kilometer. 2500 Fahrzeuge und im Fernsehen war fast nichts zu sehen. Dabei ist unsere Branche doch eine der Branchen, die am härtesten betroffen sind!"

Lesen Sie bitte weiter auf der Seite 2. Herwig V. Witthohn