"So war dat all juemmers!" Grünkohlessen ist Tradition und Trend zugleich.

Grünkohl bedeutet Gemüsegefühle pur und Geselligkeit - hier die Hadelner Gesellschaft des Hotel Peter bei der Feier der Grünkohl-WM.  Foto: Tonn

Grünkohl bedeutet Gemüsegefühle pur und Geselligkeit - hier die Hadelner Gesellschaft des Hotel Peter bei der Feier der Grünkohl-WM. Foto: Tonn

LAND?HADELN. Grünkohl ist das Nationalgericht der Nordlichter im Winter und eine Tradition, die uns bereits in die Wiege gelegt wurde. Aber müssen Schweinebacke, Kassler, Pinkel- und Kohlwurst wirklich sein?

"So war dat all juemmers", sagen die sturen Bewohner unseres Landstrichs.

Der Kurier begab sich auf Spurensuche. Das tief satte Häufchen Grün schmeckt richtig gut.

Zwar gibt es immer noch Leute, die fragen: Was macht man eigentlich damit?

Oder andere, die abwinken: zu viel Arbeit. Das ist vielleicht noch eine Erinnerung an Urgroßmutters Zeiten, als noch viel daran herumgestrippelt werden musste. Heutzutage gibt es Grünkohl vorgewaschen und geputzt im Sack.

Eine herbe Frische oder doch milder im Geschmack

Die Hadelner Bauern pflanzen den Grünkohl meist Ende Juli als Setzling. Dank kleiner Humusballen kann man diesen auch bei Trockenheit pflanzen, ohne dass die Flächen beregnet werden müssen. Das grüne Palmengemüse gibt es in unterschiedlichen Sorten mit herber Frische oder milder im Geschmack. Deshalb ist es nicht immer nötig, dass Grünkohl erst nach dem ersten Frost geerntet wird. Der Zuckergehalt bestimmt den Geschmack des Gemüses. Je kälter das Klima, umso geringer ist der Stoffwechsel der Pflanze. Der Zuckergehalt des Kohls steigt also in dieser Zeit. Bei geringer Kalorienzahl enthält Grünkohl sehr viele Vitamine, Nährstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Da er im Winter Saison hat, versorgt er uns gerade in der kalten Jahreszeit damit. Auch wenn der Bekanntheitsgrad der "friesischen Palme" in den letzten zehn Jahren gestiegen ist, wird der Grünkohl in keinem anderen Bundesland wie im nördlichen Niedersachsen in solch großer Menge angebaut. Der Hunger ist nach wie vor groß und natürlich auch die damit verbundenen Traditionen. So unterschiedlich die Bezeichnungen sind - Braunkohl, Grünkohl oder Strunkkohl - so unterschiedlich sind auch die Ansichten bei der Zubereitung.

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