Fahrt nach Magdeburg. Stadt und Paramentenwerkstatt besichtigt.

MAGDEBURG. Ende September machten sich Mitglieder der drei Kirchengemeinden Neuenkirchen, Osterbruch und Otterndorf auf zur Fahrt nach Magdeburg - nicht ganz ohne Hintergedanken.

Mit Nahverkehrszügen ging es gut vier Stunden Richtung Osten an den Oberlauf der Elbe. "Der Fluss ist hier aber ganz schön klein," war eine der ersten Reaktionen. Für Schiffe ist die Elbe dort aufgrund von Niedrigwasser schon seit dem vergangenen Jahr nicht mehr passierbar, wie die Gruppe unter anderem bei einer Stadtführung erfuhr. Aber Magdeburg hat ja noch mit dem Dom, dem Landtag und dem Hundertwasserhaus zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten im Angebot.

Der Besuch hatte jedoch noch einen weiteren Hintergrund. Die Gemeinden Osterbruch und Otterndorf hatten für ihre Kirchen neue Paramente in Auftrag gegeben. Als Paramente werden Gewänder, Tücher, Vorhänge, Wandbehänge oder Teppiche bezeichnet, die in Kirchenräumen zum Einsatz kommen, etwa als Behang vor dem Altar und der Kanzel.

Nur wenige Spezialwerkstätten in Deutschland beherrschen noch die Kunst der Anfertigung. Eine davon betreibt Sabine Bretschneider in Magdeburg. Sie hat sich im Vorwege die beiden Kirchen angeschaut, jeweils einen passenden Vorschlag entwickelt, der überzeugte, und reist nun mit den ersten Paramenten für Osterbruch am Reformationstag an. Denn am Donnerstag, 31. Oktober, um 11 Uhr werden die neuen Paramente in der Osterbrucher St.-Petri-Kirche in einem Festgottesdienst eingeweiht. Die Musik liefert der Posauenchor aus Otterndorf und das anschließende Mittagessen die Neuenkirchener, sodass alle drei Gemeinden zusammen den Gottesdienst am Reformationstag feiern.

Thomas Schult