Alle passen auf, alle machen mit. Damit im Wattenmeer ja kein Müll landet.

CUXHAVEN. Pfffft - der Wasserball ist kaputt gegangen. Den darf man natürlich nicht einfach am Strand liegen lassen. Wenn ihn bei Flut eine Welle mit ins Meer nimmt, könnte ein Seehund jämmerlich daran zugrunde gehen, weil er ihn für einen Fisch hält und frisst. Die hier verbreitete Robbenart verendet dann ganz fürchterlich mit entsetzlichen Bauchschmerzen.

Viele Tiere verfangen sich in Netzen und Bändern oder fressen Müll, der ihren Verdauungstrakt verstopft, und verenden qualvoll. Betroffen sind auch Küken, wenn die Vogeleltern Abfall zum Nestbau verwenden. Verlorene Netze der Fischerei stellen übrigens 28 Prozent der Abfälle dar. So können auch Wasservögel schnell zum Müllopfer werden. Nicht selten strangulieren sie sich selbst, wenn sie auf der Suche nach Futter in Netzreste geraten sind und verzweifelt versuchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Diese Hinterlassenschaften sorgen für Todesfälle

Mit seinen vielen Beinen und seinen Zangen hat sich ein Taschenkrebs komplett in einer Angelschnur verheddert und ist jämmerlich verhungert. Das zu sehen, sollte einem jedem die Augen öffnen, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen, damit die Meeresbewohner nicht an menschlichen Hinterlassenschaften zugrunde gehen. Ein Trupp Austernfischer trippelt zwischen den Muscheln umher. An der Wattkante finden sich Flaschen, Dosen und Netzreste. Schon hat er sich verletzt und niemand kann ihm helfen. Auch von den Schiffen geht gerne mal was über Bord, leere Farbdosen, Fetteimer und Reinigungsmittelbehälter. Die treiben dann herrenlos durch die Wellen und werden irgendwo an Land getrieben, wo sie die Küste verschmutzen. Der größte Anteil des Strandmülls aber besteht aus Plastikmüll. Verpackungen machen dabei 40 Prozent aus. Die Kunststoffe stellen eine besondere Gefahr für Natur und Umwelt dar. Lesen Sie bitte weiter auf der Seite 16. Joachim Tonn