170 Jahre Gilde werden gefeiert. Ein stolzes Jubiläum der Ritzebütteler Schützen.

Marsch der Ritzebütteler Schützengilde zur Feldandacht beim Schloss Ritzebüttel. Auch eine traditionsreiche Veranstaltung. Foto: Reese-Winne

Marsch der Ritzebütteler Schützengilde zur Feldandacht beim Schloss Ritzebüttel. Auch eine traditionsreiche Veranstaltung. Foto: Reese-Winne

CUXHAVEN. Die Ritzebütteler Schützengilde feiert am 29. April 2018 ein schönes Jubiläum, auf das die Mitglieder voller Stolz blicken können: Die Gilde wird 170 Jahre alt.

Alles begann mit einem Aufruf am 5. April 1848 in der damaligen Zeitung, der "Zeitung für das Amt Ritzebüttel, dessen Hafen und Umgebung". Eine Aufforderung "zur Errichtung eines Schützekorps" war darin abgedruckt. Das Korps sollte der "Verteidigung der Freiheit und gesetzlichen Ordnung im Inneren, wie zum Schutze der heimischen Erde, des vaterländischen Bodens" dienen. Und der Aufruf in der Zeitung zeigte Wirkung. Schon am 23. April 1848 gab es einen Bericht über die Gründungsvorbereitungen des Komitees "zur Errichtung und Begründung einer hiesigen Schützengilde und dadurch eine anzubahnende Volksbewaffnung". Außerdem die Einladung zu einer Besprechung "am 2. Ostertage".

Im Lokal Heinsohn fand die Zusammenkunft am 24. April 1848 statt und unter der Leitung von Physicus Dr. Schulze wurde die Gründung eines Schützenkorps beschlossen.

17 Mitglieder waren zum Auftakt der Gilde dabei

Zum ersten "Führer" des Schützencorps wurde Friedrich Finck gewählt. Stellvertreter wurden die Herren L. Kappelmann und Th. Polack. 17 Mitglieder trugen sich ein. Schon am 21. Mai 1848 wurde mit den Schießübungen in Brockeswalde begonnen.

Das erste Bürgerschützenfest wurde am 18. Oktober 1848 ausgetragen, der erste König der neuen Ritzebütteler Schützengilde 1853 ausgeschossen. Die Weltkriege hinterließen auch bei den Schützen Spuren. Nach dem 2. Weltkrieg fand am 24. April 1948 die erste Mitgliederversammlung nach dem furchtbaren Krieg passend zum 100-jährigen Bestehen statt.

Am 23. November 1948 erlaubte die britische Militärregierung wieder die aktive Arbeit der Gilde. Vorläufig durfte allerdings nur mit der Armbrust geschossen werden.

1952 wurde die erste Jugendabteilung der Gilde gegründet, in der bis 1966 allerdings nur Jungen aktiv sein durften. Die ersten Mädchen wurden 1966 aufgenommen.

1977 war ein ganz besonderes Jahr für die Gilde, denn sie wurde "Herr im eigenen Haus". Die Gilde kaufte das Schützenhaus Brockeswalde. Die letzte reine Männerbastion "fiel" erst im Jahr 2008: Da wurde die Damenabteilung der Gilde gegründet.

Heute zählt die Ritzebütteler Schützengilde 163 Mitglieder und wird geführt von Präsident Michael Sepcke, der seit 1. Januar 2008 im Amt ist.

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Herwig V. Witthohn