Hilfe für Imker und Landwirte. "BEEsharing" soll Bestäubungsrate bei Pflanzen steigern.

Bienenexperte Otmar Trenk (links) bei einer Standbegehung mit zwei "Bienenpaten", die sich über "BEEshare" für zwei Jahre im Natur- und Artenschutz für den Erhalt von Bienenvölkern engagieren. Foto: BEEsharing

Bienenexperte Otmar Trenk (links) bei einer Standbegehung mit zwei "Bienenpaten", die sich über "BEEshare" für zwei Jahre im Natur- und Artenschutz für den Erhalt von Bienenvölkern engagieren. Foto: BEEsharing

KREIS CUXHAVEN. Weltweit gehen Bienen zugrunde. Ob Pflanzenschutzmittel oder die Varroamilbe dafür verantwortlich sind, ist in der Forschung noch nicht restlos geklärt. Klar ist nur, dass Honigbienen einen enormen Anteil an der Pflanzenbestäubung haben.

Vier Fünftel der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bienen angewiesen, ob Obstbaum oder Sonnenblume. Der Rapsertrag geht zu 35 Prozent auf das Konto der Bienen. Zahlen der EU-Kommission gehen von einer Unterdeckung in der Bestäubung von 50 bis 75 Prozent aus. Vielerorts sind landwirtschaftliche Erträge bedroht. Die drei Hamburger Otmar Trenk, Wolfgang Reuter und Nils Gerber glauben, eine Antwort auf das Bienensterben gefunden zu haben. Die Imker haben das Start-Up "BEEsharing", ein Online-Netzwerk, ins Leben gerufen, das auch in der Oste-Region genutzt wird.

Digitalisierung hält Einzug in Imkerei

Sie nennen das Projekt "Crowd-Imker". Gemeint ist damit, Imker und Landwirte zusammenzubringen und auf diese Weise die Wildbestäubung von Anbauflächen für bessere Erträge gezielt zu steuern. Mit "BEEsharing" hält die Digitalisierung Einzug in die Imkerei. Die Bestäubungsimker bieten auf der Webseite www.beesharing.eu Imkern, Landwirten und Bienenfreunden diverse Möglichkeiten, die Bestäubungsrate bei Pflanzen zu steigern. So können Landwirte ihren Bestäubungsbedarf ermitteln und mit regionalen Bienenvölkern, Mauerbienen und Hummeln abdecken. Entscheidend im Netzwerk ist die regionale Zusammenarbeit zwischen Landwirten oder Obstanbaubetrieben und Imkern in einem Radius von höchstens 150 Kilometern.

Der kurze Transport verringert nicht nur Stress bei den Tieren, er reduziert auch das Risiko der Ausbreitung von Erkrankungen und Parasiten. "Gerade vor dem Hintergrund des Bienensterbens ist der regionale Ansatz wichtig, um die aktuelle Situation nicht noch durch Transporte kreuz und quer durch Europa zu verschärfen", warnt Experte Otmar Trenk von "BEEsharing".

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