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6 KURIER STADT& LAND 23./24.4.2016 Empfang mit Gesprächsrunde Musikalischer Auftakt „Sohl’nborger Büttpedder“ im Kursaal MEIN BUCHTIPP ZUM WOCHENENDE David Mitchell: „Die Knochenuhren“ Coming-of-Age, Campus- Roman, Kriegsreportage, Künstler-Geschichte, Fantasy, Apokalypse. Hat man bei anderen Vertretern des modernen Romans bisweilen den Eindruck, dass relative Ereignislosigkeit mühsam auf ein kleines Format ausgewalzt wird, um dem Begriff Roman so gerade eben noch Genüge zu tun (weil sich Novelle so schlecht verkauft), legt Mitchell gleich sechs Romane in einem vor. 1984 reißt die 15-jährige Holly Sykes aus, die ihre erste große Liebe und die erste große Enttäuschung erlebt. Unterwegs begegnet sie einer seltsamen alten Frau, der sie ein Versprechen gibt, dessen Tragweite sie erst viele Jahre später ermessen wird. Überhaupt passiert Holly dieser „schräge Scheiß“. „Radiomenschen“, geisterhafte Erscheinungen und erschreckend reale Wachträume – wenn es denn Träume sind. Im zweiten Kapitel, 1991, hat der Cambridge-Student Hugo Lamb das Wort. Charmant und völlig skrupellos drängt er in die Upperclass, stiehlt, betrügt und nimmt seine reichen Freunde aus. Als er der inzwischen erwachsenen Holly begegnet, verliebt er sich so sehr in sie, dass er, aber nur beinahe, ein besserer Mensch werden will. Denn er bekommt ein Angebot, das einer wie er nicht ablehnen kann. Ewige Jugend und Macht. Aus dem Jahr 2004 berichtet der Kriegsreporter Ed Brubeck, der an seinen Erlebnissen aus dem Irakkrieg zu zerbrechen droht und sich trotzdem eingestehen muss, ein „Kriegsjunkie“ zu sein. Seine Ehe mit Holly hängt am seidenen Faden. Gut zehn Jahre später erleben wir den Schriftsteller Crispin Hershey. Er kann mit den Erfolgen früherer Jahre und seinem eigenen Anspruch nicht mehr Schritt halten. Selbst die Vorgestellt von Michael Lehmann, „oliva Buchhandlung“. Foto: Oliva Rache, die er an einem Kritiker nimmt, läuft verheerend aus dem Ruder. Ein kleiner Trost wird ihm die Freundschaft mit Holly sein, die ein Buch über ihre Begegnung mit dem Unerklärlichen geschrieben hat und mittlerweile ein großer Star der Esoterik-Szene ist. Kapitel 5 ist reine Fantasy. Die Unsterblichen, in Teil 1 bis 4 noch Nebenfiguren, bekämpfen einander; große Entscheidungsschlacht um das Schicksal des Universums inklusive, das von all dem natürlich gar nichts mitbekommt (außer Holly, die dabei sein darf). 2043, im letzten Kapitel, das wieder aus Sicht Hollys erzählt wird, ist die Menschheit aus anderen Gründen am Ende. Einige wenige Generationen waren zu gierig – die Zeche zahlen die Enkel und Urenkel. Aus sechs kleinen Romanen in sechs literarischen Genres macht David Mitchell einen großen. Zum Lesen und Staunen! Rowohlt, ISBN: 978-3- 498-04530-2, 24,95 Euro Telefon 04721 - 395 999 · info@oliva.de · www.oliva.de OTTERNDORF. Jedes Jahr begibt sich die Stadt Otterndorf erneut auf die Suche nach einer Künstlerin oder einem Künstler aus dem Bereich Literatur - gerne auch in Verbindung mit Musik, Video oder Foto, der während der Sommermonate im Nordseebad leben und arbeiten möchte. Zum 31. Mal hat die Stadt Otterndorf das Literaturstipendium „Gartenhaus am Süderwall“ vergeben. Für das Jahr 2016 wurde Rolf Ackermann zum Otterndorfer Stadtschreiber gewählt. Kriegsberichterstatter und „Undercoveragent“ Am Montag, 2. Mai, wird der diesjährige Stadtschreiber um 19.30 Uhr im Rahmen eines Begrüßungsempfangs mit kleiner Gesprächsrunde im Johann-Heinrich- Voß-Haus, (Johann-Heinrich Voß-Straße 8) vorgestellt. Rolf Ackermann ist am 24. Januar 1952 in Duisburg geboren und 1970 als Kriminalbeamter des Landes Nordrhein-Westfalen eingestellt worden. 1978 wurde der Bundesbeamte durch einen deutschen Nachrichtendienst als „Undercover- Agent“ im Bereich Internationaler Terrorismus eingesetzt. Seine Tätigkeit beinhaltete Aufenthalte und Wohnsitze in Afrika und im Nahen Osten und er ist wegen „besonderer Verdienste im Kampf gegen den Internationalen Terrorismus“ mehrfach ausgezeichnet und befördert worden. 1982 hat er das Beamtenverhältnis freiwillig beendet und verlegte sich auf regelmäßige Tätigkeiten als fester-freier Journalist, spezialisiert auf Afrika und den Nahen Osten. Zudem war er beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Vorbereitung deutscher Entwicklungsexperten auf deren Aufenthalt in Afrika tätig. Fortan arbeitete er von 1982 bis 1989 als „Kriegsberichterstatter“ und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten und Melodramen sowie Reiseführer. Nach der Veröffentlichung des internationalen Sachbuch-Bestsellers „Der Pate des Terrors“ (1989) tauchte er aus Sicherheitsgründen 1991 für drei Jahre mit der Familie in Afrika unter und gründete in dieser Zeit eine Safari Lodge in Kenia, die wegen politischer Turbulenzen aufgegeben werden musste. Mit dem Umzug 2007 nach Südafrika/ Namibia ging die Gründung einer privaten Hilfsorganisation für „Buschmänner“ im südlichen Afrika, der „San Foundation“, einher. 2014/2015 ist Rolf Ackermann nach Deutschland und Portugal zurückgekehrt. ku/hwi Rolf Ackermann wird als neuer Otterndorfer Stadtschreiber begrüßt Rolf Ackermann wird als neuer Otterndorfer Stadtschreiber begrüßt. Foto: © Rolf Ackermann INFO Weitere Informationen zum Stipendium „Gartenhaus am Süderwall“ erhalten Interessierte unter www.otterndorf.de, Telefon (0 47 51) 91 91 02 oder kultur@otterndorf. de. Bundesfreiwillige für Bildungsstätte gesucht SAHLENBURG. Die djo-Jugendbildungsstätte bietet ab 1. August 2016 für Interessierte jeden Alters eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst im Bereich der Kinderund Jugendbeherbergung an. Hierfür werden noch Bewerber gesucht. Seit mehr als drei Jahren arbeiten Bundesfreiwillige für jeweils ein Jahr in der Bildungsstätte mit. Sie helfen bei hauswirtschaftlichen Aufgaben und der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von verschiedenen erlebnispädagogischen Angeboten. „Die Erlebnispädagogik erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit“, erklärt Tobias Bach, Pädagogischer Leiter der djo-Jugendbildungsstätte Haus zur Sahlenburg. „Insbesondere Schulklassen buchen bei uns zunehmend Teambildungsprogramme, um den Zusammenhalt unter den Schülern und Schülerinnen zu stärken. Aber auch Auszubildende sowie Berufsvorbereitungskurse kommen im Frühjahr bzw. Herbst zu uns und nutzen das Angebot der Erlebnispädagogik, um sich außerhalb des Arbeitsalltags zu erleben und gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln.“ Viele Bundesfreiwillige nutzen die Zeit zur privaten oder beruflichen Neuorientierung, wie Tobias Bach mitteilt. Oft interessiert die Freiwilligen besonders die erlebnispädagogische Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche und sie entdecken dabei neue Fähigkeiten und Kompetenzen. Nach einem Freiwilligenjahr in der Jugendbildungsstätte entscheiden sich viele innerhalb der Tourismusbranche oder der Jugendarbeit weiter zu arbeiten. „Wir freuen uns auf engagierte und motivierte Bewerbungen jeden Alters“, sagt Tobias Bach und weist darauf hin, dass Erfahrungen nicht mitgebracht werden müssen. „Wichtiger ist die Bereitschaft, im Team mitarbeiten zu wollen.“ ku www.hauszursahlenburg.de DUHNEN. „Wenn der Frühling ins Land zieht, wäre es eine Beleidigung der Natur, nicht einzustimmen in ihr Jauchzen!“ Beleidigen will der Chor der Fischerslüüd natürlich niemanden - und schon gar nicht die Natur. Man sieht sprichwörtlich das Gras wachsen. Die bunten Frühblüher und die Sonnenstrahlen erfreuen jedes Herz. Endlich wieder am Strand und im Watt spazieren gehen, die frische Salzluft einzuatmen, ohne dick vermummt zu sein. Herrlich! Das ist doch ein Grund zum Jauchzen und Singen. Genau das können alle Gäste und Freunde der maritimen Musik am Sonntag, 24. April um 15 Uhr im Kursaal in Duhnen erleben. Von der „Alten Liebe“ bis zur „Blauen Nacht am Hafen“ Die „Grüße von der Waterkant“ durch Sonne und Wind führen von der „Alten Liebe“ bis zur „Blauen Nacht am Hafen“. Und sollte es regnen, dann freuen wir uns auf den „Regenbogen“. Natürlich fehlt auch das „Cuxhobner Kind“ nicht, das die Nordsee genauso liebt wie die Maskottchen von Cuxhaven „Jan Cux“ und „Cuxi“. Tüchtig mitsingen beim „Seemannslieder-Potpourri“ Und wenn „leise die Nacht kommt“, erwachen garantiert die Frühlingsgefühle beim romantischen „Abendrot im Watt“. Mehr wird nicht verraten, denn die „Sohl’nborger Büttpedder“ freuen sich mit ihrer Chorleiterin Britta Quaiser auf viele Zuhörer, die beim „Seemannslieder-Potpourri“ tüchtig mitsingen. Vielleicht finden sich ja neue Sängerinnen und Sänger, die Lust haben, mitzusingen und in den farbenfrohen Originaltrachten der Büttis nordisches Flair verbreiten. Durch das Programm mit vielen neuen frischen Frühlingsliedern führt auf humorvoll fröhliche Weise Heidi Giesecke. Der Eintritt der ist frei. jt Senioren auf großer Fahrt CUXHAVEN. Nach 15 Jahren konnte im Spätsommer des Jahres 2015 endlich wieder eine Fährverbindung von Cuxhaven nach Brunsbüttel eröffnet werden. Ein Unternehmen aus Estland, die Elb-link Reederei GmbH mit Sitz in Cuxhaven wagte es mit zwei modernen Schiffen die lang ersehnte Verbindung nach Schleswig- Holstein einzurichten. Die Senioren-Union Cuxhaven wollte sich selbst ein Bild davon machen und stieg auf die „Anne-Marie“, früher „Saaremaa“, ein Doppelendschiff mit dieselelektrischem Antrieb ein. Sie überquert die Unterelbe in rund 70 Minuten, der Aufenthalt in den bequemen Salons mit einer leistungsfähigen Bordgastronomie machte diese Tour beinahe zu einer „kleinen Kreuzfahrt“. Das Urteil der Teilnehmer fiel eindeutig aus: „Sehr empfehlenswert!“ ku/hwi/Foto: SU


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