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9./10.4.2016 STADT& LAND KURIER 3 Sie kümmern sich aktiv um alte Menschen: Die Damen von „HilDe“. Foto: Tonn Engagierte Damen Erfahrungsaustausch der Ehrenamtlichen im Paritätischen CUXHAVEN. „‚Schöner fremder Mann’“ ist das Lieblingslied meiner Klientin, das sie gerne singt“, weiß Beate Merkel-Majert. „Ich bin erst seit Januar bei HilDe dabei, merke aber, wie die alte Dame aufblüht, wenn ich sie im Heim besuche.“ „Wir treffen uns alle zwei Monate zum Erfahrungsaustausch in den Räumlichkeiten des Paritätischen in der Kirchenpauerstraße“, sagt Anke Brandt-Adickes. Sie ist die Nachfolgerin von Ben Bethge, der „HilDe“ (Hilfe bei Demenz) gegründet hat. So engagiert die Damen sind, der Umgang mit ihren Klienten ist nicht immer einfach. Helga Oetzel, Evelin Ellsel, Sieglinde Grzywatz, Beate Merkel-Majert, Siegrid Gubsch, Bärbel Bethge und Bärbel Parpart sind wichtige Ansprechpartner für alte, häufig an Demenz erkrankte Menschen. Oft sind sie die einzigen Besucher, die sich um sie kümmern. „Es ist manchmal erschütternd, dass Kinder da sind, die sie nicht besuchen. Die meinen, die Mutter oder der Vater merkt das ja doch nicht“, sagt Anke Brandt- Adickes. Die Traurigkeit oder ein schweres Schicksal darf für die Helfer aber nicht zur Belastung werden. Man muss darauf achten, dass man selber nicht zu kurz kommt. Privates darf man nicht zu nah an sich ranlassen. Dafür gibt es die Fortbildungen, um zu lernen, auch mal „Nein“ zu sagen. Arztbesuche, Einkäufe, Spaziergänge oder Hilfe im Haushalt sind für Bärbel Parpat bei ihren vier zu betreuenden Klienten selbstverständlich. Viermal wöchentlich geht sie ins Pflegeheim, um mit einem Bewohner spazieren zu gehen. Eine Dame ist dement, lebt aber noch zu Hause. „Mit ihr trinke ich Kaffee und spiele Memory“, erzählt sie. Diese Besuche sind eine Abwechslung und wichtig, um die Menschen anzuregen. „Es kommt immer darauf an, wie meine betreuten Damen drauf sind. Manchmal sind sie Wundertüten, manchmal auch ganz lieb“, sagt Siegrid Glubsch. „Wenn die Leute sich freuen, fühle ich mich gut dabei“ Bärbel Bethge kümmert sich schon relativ lange um hilfsbedürftige Menschen. Sechs Menschen werden von ihr in einer Pension betreut und ein Herr privat. Sie begleitet sie auf Spaziergänge, die sie allein nicht mehr machen können. „Mit einer blinden und schwerbehinderten Patientin fahre ich in ihr Haus. Sie setzt sich dann auf ihr Trimmrad und fährt sechs Kilometer. Das ist ihr Highlight. Wenn die Leute sich freuen und strahlen, fühle ich mich gut dabei.“ Sieglinde Grzywatz geht mit einem dementen Herrn im Marktkauf spazieren. Wenn wir dort beim Kaffeetrinken sitzen, merkt man ihm seine Krankheit nicht an. Er kennt dort viele Leute und freut sich, wenn sie ihn grüßen. Einen Herrn der „alten Schule“ hat Evelin Ellsel unter ihren fünf zu Betreuenden. Manchmal ist seine Art zum Lachen. „Es ist ihm sehr wichtig, selbst zu bezahlen, wenn wir Kaffeetrinken gehen. Er möchte immer Geld von der Sparkasse holen, weil er sich sonst arm fühlt. Seit ich eine Geldbörse für ihn dabei habe, ist er zufrieden. Wir plaudern auch über Politik und machen Ausflüge. Nach einer Fahrt mit der Fähre nach Brunsbüttel und zurück wollte er gar nicht wieder runter.“ Wenn sich die zu Betreuenden freuen oder auf den nächsten Plausch warten, geht auch ihr das Herz auf. „Es ist für mich eine Erfüllung.“ Helga Oetzel war beruflich in der Alten- und Kinderpflege in der Diakonie, da sind solche Begebenheiten für sie nicht neu. „Was wollen Sie schon wieder?“, begrüßt sie manchmal die ältere Dame, die sie betreut. Oder: „Sie waren gar nicht angemeldet.“ Doch wenn ich dann gehen will, sagt sie gnädig: „Wenn Sie nun mal da sind, dann kommen sie schon rein.“ So hat jede der Ehrenamtlichen ihre Erlebnisse. Mal Traurige, mal Fröhliche, mal Lustige. Gleichwohl gibt es sowohl für Betreuer als auch Patienten herzbewegende Momente, die keiner missen möchte, und die allen gut tun. jt „Die Seemöwen“ im Lutherhaus Cuxhavener Chor begeisterte das Publikum CUXHAVEN. Eine bunte Schar im Eingangsbereich des Lutherhauses begrüßt die Ankommenden. Eier hängen am Osterbaum und verheißen: der Frühling ist nicht mehr weit. Heute treten die „Seemöwen“ im Lutherhaus auf. „Wollen wir ein Plätzchen suchen?“ Begehrt sind vor allem Plätze am Fenster. Von hier aus lässt sich gut beobachten, wie der Frühling Einzug hält. Die ersten gefiederten Frühlingsboten tirilieren. Bereits gute eineinhalb Jahre ist Frau Bange im Martin-Luther-Haus. In ihrem Alltag ist das mal ein kleiner Lichtfunke. „Die Musik ist nach meinem Geschmack. Da wir am Meer leben, passt das Maritime ja gut.“ „So Mutti, Prost Kaffee!“ sagt ihre Tochter, die in der Nähe wohnt und häufig vorbeischaut. Alle Tische sind besetzt. Die Damen haben sich richtig fein gemacht zum musikalischen Nachmittag. Mit Puderzucker bestäubt ist leckere Apfelcremeschnitte. Dann kann’s ja losgehen. „Ich bringe alle meine Träume, meine Sehnsucht mit an Bord! Capitano, nimm mich mit auf deine Reise um die Welt!“, erschallt es aus den Kehlen der „Seemöwen“. Viele der Senioren summen oder singen mit. „Endlos sind jene Meere, die wir gefahren sind!“ „So, nun mal was Flottes“, animiert Chorleiterin Erika Willenbrink. Alle können sich an den Händen fassen und mitschunkeln. „In Santo Domingo träumt man noch von Wundern, die (doch noch) geschehen. Wer träumt denn ein bisschen mit“, fragt sie in die Runde. Fernando, Alfredo und José machen vor, wie Träumen geht. Zurück nach Cuxhaven! Es erschallt das Lied: „Weiße Segel vor Cuxhaven und der Himmel strahlt dazu.“ „Vielleicht können wir die Sonne damit vorlocken.“ Immer wieder werden die Gäste einbezogen. „Der linke Tisch singt schon gut mit. Sie können alle in die nächste Chorprobe kommen.“ Keiner kann sich dem Zauber der Musik entziehen. Da schmeckt der Kaffee gleich noch mal so gut. jt Die „Seemöwen“ begeisterten ihr Publikum im Lutherhaus. Foto: Tonn Anzeige „Vom Genuss zur Sucht“ Klönen und spielen SAHLENBURG. Der VdK Ortsverband Sahlenburg konnte Rüdiger Dröscher als neuen Leiter des Seniorentreffs gewinnen. Rüdiger Dröscher lädt deshalb zum ersten Mal alle Mitglieder und Gäste herzlich zum Seniorentreff am Donnerstag, 14. April, 15 Uhr, in das Bistro-Cafe „Liebenswert“ in Sahlenburg, Am Sahlenburger Strand 1 (gegenüber Wattwagen-Auffahrt) ein. Der Zugang ist behindertengerecht, ein Parkplatz ist direkt vor dem Cafe vorhanden. Außerdem ist die Bushaltestelle „Strand“ in unmittelbarer Nähe. An diesem Nachmittag ist „Spielen, Klönen und Unterhaltung“ angesagt. Der VdK-Vorstand wünscht schon heute Rüdiger Dröscher einen guten Start und viele Mitglieder und Gäste zu diesem Nachmittag. ku/hwi CUXHAVEN. Die Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung lädt am Montag, 18. April, 19.30 Uhr, zum Fachvortrag „Vom Genuss zur Sucht“ ins Kreishaus, Vincent-Lübeck- Straße, ein. Sabine Lottermoser, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und leitende Ärztin der Fachklinik St. Vitus Visbek, referiert.


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