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8 KURIER REISEBERICHT 23. 03. 2016 Blaues Eis zwischen den Melchior-Inseln – die Tiefe des Blaus beeindruckte die Kreuzfahrer nachhaltig. Fotos: Gisela Plambeck Was sich neckt, das liebt sich... Eine Kolonie von 250 000 Königspinguinen am Salisbury Plain. Die Menge ist ANTARKTIS. Die Antarktis, am Ende der Welt, grandios, erhaben, beängstigend, gewaltig und von einmaliger für Besucher mehr als beeindruckend. Schönheit. Ein Ort, an den fast jeder zurückkehren möchte, der ihn gesehen hat, entfachte schon vor vielen Jahren unsere Neugierde und wir beschlossen, mit einem Expeditionsschiff diesen Teil der Welt zu erkunden. Unsere Reise zum sechsten Kontinent der Erde führt uns zunächst nach Buenos Aires. Gefühlte 40 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent trüben unsere Neugier auf diese reizvolle argentinische Metropole. Zwei Tage später landen wir in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Bei einer ausführlichen Landschaftsfahrt bestaunen wir die Schönheit Feuerlands. Ein perfekter Ausgangspunkt für unsere Reise ins ewige Eis. Am Abend geht es an Bord mit Kurs auf die Falkland- Inseln. Die kleine und wendige MS Bremen verfügt über die höchste Eisklasse für Passagierschiffe und kann gebrochenes Eis mühelos zur Seite schieben. So erreicht sie Orte, die auf anderen Wegen kaum zugänglich sind. Zwei- bis dreimal am Tag werden die Zodiacs für Ausfahrten und Anlandungen ins Wasser gelassen. Einen Tag später erreichen wir die Falkland-Inseln. Bei gutem Wetter haben wir bei zwei Zodiac-Anlandungen Gelegenheit, Schwarzbrauenalbatrosse, Felsenpinguine und Königskormorane hautnah zu erleben. Junge Felsenpinguine stehen in Gruppen in regelrechten Kindergärten, weil sie dort sicherer vor Raubvögeln sind. Ihre Eltern sind im Meer auf der Suche nach Nahrung. Nach zwei teils sehr stürmischen Seetagen erreicht die MS Bremen Südgeorgien. An den Hängen leuchten große Gletscher Schon der Anblick vom Schiff aus ist traumhaft. Ein hoch aufragendes Bergpanorama, an den Hängen leuchten große Gletscher. Nach der Landung laufen wir am Salisbury Plain an einem Strand mit zahlreichen teils ziemlich aggressiven Pelzrobben und einer Kolonie von 250 000 Königspinguinen. Die Jungtiere haben schon fast die Größe ihrer Eltern erreicht und werden von uns salopp als Kaffeewärmer bezeichnet. Diese gigantische Tierkolonie, die unglaublichen Farben, die weißen Bergspitzen, man kann es kaum verarbeiten. Eine weitere Landung auf Prion Island führt uns zu einer Brutstätte von mehreren Wanderalbatrossen. Sie fliegen nah über unsere Köpfe hinweg. Sehr eindrucksvoll bei einer Flügelspannweite von fast vier Metern. Am nächsten Tag besuchen wir ehemalige Walfangstationen auf Stromness und Grytviken, makabre Freilichtmuseen menschlicher Profitgier. Bei der landschaftlichen Schönheit der Insel ist es schwer vorstellbar, dass gerade hier schwerer Raubbau mit der Natur begangen wurde. Die einst reichen Walbestände wurden bis auf wenige Tiere abgeschlachtet. Ähnlich erging es den Pelzrobben. Und dennoch ist Südgeorgien wieder ein einzigartiges Tierparadies geworden. In Grytviken beeindrucken uns neben vielen Pelzrobben die riesigen allerdings sehr trägen See-Elefanten, die sich während ihres Fellwechsels für einige Wochen dort aufhalten. Ganz früh am Morgen erreichen wir Gold Harbour. In malerischer Kulisse tauchen wir abermals in die Welt von Tausenden von Königspinguinen ein. Fast wie Felsen anmutend, liegen halbwüchsige See-Elefanten bis zu vier Metern Länge unbeweglich im hohen Tussockgras. Am Nachmittag ist eine Zodiactour durch die Cooper Bay geplant. Der Einstieg ist wegen der starken Dünung schwierig. Pünktlich zum Start setzt ein heftiges Schneetreiben mit kräftigen Winden ein, das uns die Sicht auf die niedlichen Goldschopfpinguine erschwert. Am Ende sind wir dann um eine sehr nasse und sehr kalte Erfahrung reicher. Drei spannende Expeditionstage auf Südgeorgien liegen hinter uns. Antarktis - wir kommen. So könnte man die gute Stimmung an Bord beschreiben, denn alle freuen sich auf die Eiswelt. Von November bis März liegen die Temperaturen um die null Grad - der antarktische Sommer. Sturmvögel und Albatrosse verfolgen das Schiff Das Meer überrascht uns mit einer Vielzahl von Tieren. Wale tauchen auf, Pinguine und Robben springen aus dem Wasser, Riesensturmvögel und Albatrosse verfolgen das Schiff. Die ersten riesigen Tafeleisberge kreuzen unseren Weg. Nach zwei sehr unruhigen Seetagen erreichen wir bei Schneetreiben das Weddellmeer. Dann bricht der Himmel auf und taucht die Kulisse unseres nächsten Ziels, Poulet Island, in ein faszinierendes Licht. Überall wuseln Adeliepinguine herum, verfolgt von ihren Jungen, die um Futter betteln. Die mausernden Jungtiere wirken oft wie eine Mischung aus Flickenteppich und Punk. Doch auch das Leben der Pinguine ist nicht sorgenfrei. Vor der Kolonie patrouillieren während unseres Aufenthalts zwei Seeleoparden, die einen jederzeit gedeckten Tisch aus Pinguinfleisch zu schätzen wissen. Lesen Sie die Fortsetzung in der nächsten Ausgabe. Gisela Plambeck Wunderschöner Ort aus Eis und Schnee Gisela und Peter Plambeck begaben sich auf eine beeindruckende Reise in die Antarktis (1. Teil) Junge Pelzrobben. Eine von 1000 ist ein Blondie. Unterwegs im Eis von Brown Bluff. Beeindruckendes Eiscruising in der Duse Bay. Die Faszination Polarlicht am Seljalandsfoss.


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