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19. 08. 2015 STADT& LAND KURIER 7 Für die Speichen wird meist das besonders harte Eichenholz verwendet. Das biegsame und sehr beständige Eschenholz ist ideal für die Felge. Fotos: Tonn Die Highland Paddies sorgten auf der „Oosterschelde“ für fetzige Stimmung. Foto: Dembski Paddies auf Dreimaster BREMERHAVEN. Am vergangenen Samstag erlebte die Cuxhavener Irish-Folk- Rock-Band „Highland Paddies“ ihren Saisonhöhepunkt - und gleichzeitig den Saisonabschluss für das Jahr 2015: die Band spielte während eines vierstündigen Segeltörns auf dem niederländischen Dreimaster „Oosterschelde“. Organisiert wurde der Törn im Rahmen der Sail von der „Bremerhaven Touristik“ und dem „Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven“. Die Teilnehmer der ausgebuchten Mottofahrt „Above the Horizon“ erhielten neben fachkundigen Informationen zur Auswanderung von Europa nach Amerika im 19. Jahrhundert ein hervorragendes, von der achtköpfigen Crew zubereitetes amerikanisches Buffet sowie irische Musik vom Feinsten. Angeheizt von der guten Stimmung - der Kapitän tanzte mit den Gästen und führte eine Polonaise an, bevor er in der Takelage zu „Whiskey in the Jar“ einen Salto drehte - ließen es sich die Paddies nicht nehmen, über die Vertragsdetails hinaus bis zur Anlandung zu spielen und die begeisterten Gäste mit etlichen Zugaben vom Schiff zu verabschieden. Paddies, Crew und Gäste waren sich einig: einen besseren Saisonabschluss hätte es für die vier Vollblutmusiker nicht geben können. Bilder dieses einmaligen Erlebnisses sind auf der Facebookseite der „Highland Paddies“ zu finden. ku/hwi Große Ü30-Party in Janssens Tanzpalast LÜDINGWORTH. Am Freitag, 21. August, gibt es auf der Original Ü30-Party in Janssens Tanzpalast Top-Unterhaltung und reichlich Spaß für alle Besucher ab 25 Jahren. Musikalisch geht es absolut professionell zu, nur die Besten der Besten dürfen hinter die Regler und garantieren für ausgelassene Partystimmung und ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Auf dem großen Mainfloor wird der Hamburger Kult und Ü30 Profi DJ Michael Wittig diese Party musikalisch begleiten. Auch die Schlager- und Discofoxfans kommen nicht zu kurz. Einlass zur großen Ü30 Party ist ab 21 Uhr für alle Gäste ab 25 Jahren. Der Eintritt ist bis 22 Uhr frei für alle. ku/hwi DEBSTEDT. „Man muss Liebe und Lust zu diesem Handwerk haben“, sagt Waldemar Schneider. Der 83-Jährige aus Offenwarden ist wahrscheinlich einer der Letzten seiner Zunft, der in dieser Gegend noch das alte Handwerk ausführen kann. Dem Kurier demonstrierte der rüstige Rentner im Heimatmuseum Debstedt im Rahmen der Vorstellung alter Handwerksberufe den Zusammenbau eines hölzernen Wagenrads. Im 19. Jahrhundert hatte noch jedes Dorf zwei oder drei Stellmacher oder Wagner, wie sie im Süden Deutschlands genannt wurden. Diese Berufsgruppe stellte nicht nur Räder für Fuhrwerke her. Achsgestelle und komplette Karosserien kamen aus den Werkstätten der Stellmacher. Die Arbeit des Stellmachers ging Hand in Hand mit der von Radmachern und Wagenbauern. Diese heute fast ausgestorbenen Berufe gehörten zu den ältesten Dorfhandwerken. Das beweist die Erfindung des hölzernen Rades (6000 vor Christus). Die Herstellung von Ackerwagen, Karren, Schlitten, hölzernen Gestellen von Kutschen und Pflügen, Werkzeugstielen und Leitern, aber auch Karussells erforderte Geschicklichkeit und Kenntnisse in Statik und Mechanik. Trotzdem war der Verdienst so gering, dass der Stellmacher häufig noch nebenbei eine Landwirtschaft betrieb. Ohne computergesteuerte Fräsen wurde mit Schinder, Schab- und Zughobel per Muskelkraft und Köpfchen gearbeitet. Die eisernen Teile entstanden aus der Zusammenarbeit mit dem Wagenschmied. Der berufliche Niedergang begann durch den Stahleinsatz. Nach 1900 wurden die landwirtschaftlichen Geräte aus Metall hergestellt. Die Gummibereifung bei Traktoren kam 1930 auf den Markt. 1950 wurden die Straßen mit Asphalt befestigt. Das war der Niedergang der alten Zunft. Die Neuerungen der Technologie und die Einführung industrieller Herstellung haben den Beruf verdrängt. Seit 45 Jahren gibt es ihn offiziell nicht mehr. Ohne den Stellmacher ging im Dorf früher gar nichts An alten Leiterwagen oder Kutschen in Museen sieht man die großen Holzräder noch. Da kann man sich vorstellen, dass ohne den Stellmacher im Dorf nichts ging. Vereinzelt gibt es ihn noch. Er hat aber Seltenheitswert, wie Waldemar Schneider zeigt. Er hat von 1946 bis 1949 eine Lehre bei Stellmachermeister Paul Jesse in Stotel/Kreis Wesermünde absolviert. „Die Gesellenprüfung habe ich 1949 in Bremerhaven abgelegt“, sagt er. „Auch wenn das schon über 65 Jahre her ist, das Handwerk beherrsche ich heute noch.“ Stolz zeigt er eine Reihe von selbst gefertigten Gegenständen: Schubkarre, Ackerwagenmodell und Spinnrad. „Das Spinnrad würde ich heute nicht mehr machen, das ist sehr aufwendig. Das Holz habe ich aus Stämmen geschnitten, die ich als Feuerholz bekommen habe.“ Gerne holt man ihn, wenn es darum geht, alte Kutschen und Ähnliches zu restaurieren. „In Hollen (bei Beverstedt) habe ich einer Feuerwehr-Handdruckspritze vier neue Räder verpasst. Und auf der SAIL gibt es eine alte Kanone; die Räder sind auch von mir“, erzählt er. Auch beim Bauernhausverein Lehe hat er an der historischen Kutsche ein Rad instand gesetzt. jt „Ganz am Anfang war das Rad“ Alte Berufe / Heute: Waldemar Schneider, Stellmacher oder Wagner Feinarbeit ist gefragt - bis alles passt.


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