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2 KURIER STADT& LAND 19. 08. 2015 CUXHAVEN. Menschen aus 104 verschiedenen Nationen leben in Cuxhaven. Die Cuxhaven Kurier-Redaktion wird jeweils einen Menschen aus einem dieser Länder vorstellen. Heute: Medhat Tboly aus Syrien. „Seit ich meine portugiesische Freundin kennengelernt habe, geht es mir besser“, sagt Medhat Tboly. „Sie bringt mich immer auf positive Gedanken.“ Der 25-Jährige hat durch drei Jahre Krieg in seinem Heimatland Syrien mehr Dinge erlebt und gesehen, als sich junge Menschen in Deutschland vorstellen können. So etwas prägt einen Menschen und auch Medhat lassen die Gedanken an seine Heimat nicht los. Seine Eltern und seine Schwester leben noch dort. Seine Eltern haben ihn gedrängt, das Land zu verlassen. Sie hatten Angst um ihn. Geboren und aufgewachsen ist er in Hama, einer der ältesten Städte Syriens. Die als konservativ geltende Stadt am Fluss Orontes liegt im Zentrum der mittelsyrischen Ackerbauebene an der Fernstraße zwischen Aleppo und Damaskus. Dort studierte der junge Mann Wirtschaftswissenschaften. Er hatte gerade seinen Bachelor in der Tasche, als er vor einem Jahr und vier Monaten in Düsseldorf landet. Sein Bruder, der zu der Zeit als Arzt im Cuxhavener Krankenhaus tätig war, erwartete ihn schon. Trotz allem fühlte Medhat sich in den ersten drei Monaten sehr fremd. In der Schule hatte er schon zwei Monate Deutsch gelernt. Durch Vorarbeit seines Bruders bekam er sein Visum innerhalb einer Woche. „Die Ausländerbehörde hatte vorher schon eine positive Antwort gegeben. Ich weiß nicht, was passiert ist, mein Bruder hat unterschrieben“, wundert er sich heute noch. Medhat fühlte sich am Anfang sehr einsam In Syrien dauerte der Prozess wesentlich länger, denn es gibt dort kein deutsches Konsulat. „Ich hatte Kontakt zu zwei Tanten im Libanon. So konnte ich dorthin reisen und das Deutsche Konsulat aufsuchen. Trotzdem war ich am Anfang sehr einsam. Mein Bruder musste arbeiten und hatte wenig Zeit für mich. Und ich hatte Heimweh nach meinem Land. Aber zurück kann ich nicht, solange der Krieg dort wütet. Jeden Tag ist es schlimmer als am Tag zuvor. Es ist kein Religionskrieg, obwohl 26 verschiedene Religionen bei uns vertreten sind. Allein in einer Straße manchmal drei unterschiedliche. Ich bin Christ, aber das ist nicht der Grund, warum ich weggegangen bin. Terroristen und Armee kämpfen dort um die Macht.“ Inzwischen ist Medhats Bruder nach Lübeck gezogen. Zu seinen Eltern hat er ab und zu Kontakt. Aber sie möchten nicht hierherkommen. „Ich bin und bleibe fremd hier. Wenn Menschen aus anderen Ländern nach Syrien kommen, sind sie bei uns Besucher. Ich bin hier Ausländer.“ Für alle erforderlichen Behördengänge bekommt Medhat Hilfe vom Jugendmigrationsdienst des Paritätischen. Von Anne Redeker von der Caritas bekam er Unterstützung bei der Anerkennung seines Berufes. Medhats Hochschulqualität ist inzwischen mit einem Zeugnis anerkannt worden. „In meinem Beruf könnte ich gut Geld verdienen, aber zurzeit arbeite ich leider noch nicht als Wirtschaftswissenschaftler. Was ich mir wünsche, ist ein sicherer Arbeitsplatz oder die Möglichkeit, zu studieren. Das bringt mir die Chance, in meinem Beruf zu arbeiten. Dann wird die deutsche Sprache auch noch sehr viel besser.“ Medhat hat den Test „Leben in Deutschland“ absolviert. „Man lernt viel über die deutsche Geschichte. Von 33 Punkten habe ich 30 erreicht“, sagt er stolz und zeigt sein Zeugnis. Eine Investition in die Zukunft: Hilfe zur Selbsthilfe „Ich sage: Gib mir nicht einen Fisch, gib mir eine Angelrute. Hilfe zur Selbsthilfe ist wichtig. Syrische Menschen brauchen soziale und humanitäre Hilfe durch die Aufhebung des Wirtschaftsembargos der Europäischen Union“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. „Medhat hat ein tolles Sozialverhalten. Er ist sehr aktiv und offen, setzt sich auch für andere ein. Gerade hat er einem Bulgaren geholfen, eine Stelle zu finden“, sagt seine Betreuerin Vera Nickels. Inzwischen hat Medhat eine portugiesische Freundin. Sie gibt ihm positive Impulse. Die ersten drei harten Monate geraten hoffentlich bald in Vergessenheit. „Ich habe zu essen und Kleidung. Doch das ist nicht alles. In meinem Land spielen Kinder nicht mit einem Ball, wie sie es normalerweise tun. Sie erleben Bomben und spielen Schießen. Ich wünsche mir eine Familie, mit der ich ganz normal leben kann. In Syrien leben die Menschen mit Blut - hier leben sie mit Blumen. Ich wünsche mir auch eine Zukunft mit Blumen.“ Joachim Tonn „Ein Leben mit Blumen“ Die Welt kommt nach Cuxhaven / Heute: Medhat Tboly aus Syrien Medhat Tboly aus Syrien wünscht sich „eine Zukunft mit Blumen“. Foto: Tonn GLOSSE Radwegebenutzungspflicht wird größtenteils aufgehoben... Tja, liebe Leute, die Stadt hat es verkündet. In vielen Bereichen wird die sogenannte „Radwegebenutzungspflicht“ aufgehoben. Hinter diesem langen Wort verbirgt sich, dass Radfahrer in vielen Bereichen nun auf der Straße fahren dürfen, obwohl ein Radweg vorhanden ist. Über Sinn und Unsinn gewisser Regelungen muss man sich keine Gedanken machen. Die Stadt Cuxhaven hat keine Schuld an dieser Änderung, es sind Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichtes, die in Cuxhaven nicht erfüllt werden können. Jetzt werden viele Schilder abgebaut. Vielleicht könnte man dabei gleich auch den Blödsinn in der Schillerstraße Heins Wochenschnack beenden, wo einem Fahrradfahrer in der Einbahnstraße entgegenkommen dürfen. Allerdings ist die Fahrbahn für einen Pkw und ein Fahrrad viel zu schmal, was immer wieder, trotz Schrittgeschwindigkeit, zu haarsträubenden Situationen führt. Die Chance wäre jetzt da... Tschüss, euer Hein Syrien Peter Wagner • Tel. 01 77/4 30 26 25 Heute finden Sie in unserer Ausgabe die Prospekte folgender Firmen. Die Prospektbeilagen liegen der Gesamtauflage oder in Teilauflage bei. Der Cuxhaven Kurier erscheint mittwochs in der Kreisstadt Cuxhaven, Nordholz und Helgoland mit einer Druckauflage von 31 223 Exemplaren. Der Hadler Kurier mittwochs im Land Hadeln und Umgebung mit einer Druckauflage von 26 300 Exemplaren. Die Gesamtauflage beträgt 57 523 Exemplare. Auflagenkontrolle: nach den Richtlinien von BDZV und BVDA. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 38 vom 1. Januar 2015. Ein Rechtsanspruch auf Lieferung besteht nicht. Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Cuxhaven. Das gesamte Objekt inklusive der Anzeigenentwürfe des Verlages ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit vorheriger Genehmigung des Verlages. Impressum Herausgeber und Verlag: Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Kaemmererplatz 2 27472 Cuxhaven www.cn-online.de und www.nez.de Geschäftsführung: Hans-Georg Güler Anzeigen u. Marketing: Ralf Drossner Redaktion: Ulrich Rohde (V.i.S.d.P.) Druck: Druckzentrum Nordsee GmbH Am Grollhamm 4, 27574 Bremerhaven Freundschaftsspiel In der aktuellen Kurier-Serie stellen wir Straßen und Plätze aus dem Cuxhavener Stadtgebiet vor. Heute: Lübbertkai. Dabei handelt es sich um Kai und Fahrstraße an der Ostseite des Alten Fischereihafens bei der ehemaligen Fischhalle II in der Nähe des Steubenhöfts. Auf Wunsch der „Seefischmarkt Cuxhaven GmbH“ umbenannt durch Ratsbeschluss am 24. April 1963. Früher: Jacob- Lührs-Straße. Heute benannt nach dem Fischereidirektor Prof. Dr. med. h.c. Hans Julius Lübbert. Geboren am 20. August 1870 in Hamburg, dort gestorben am 22. November 1951. Lübbert war Mitbegründer und Förderer des Cuxhavener Seefischmarktes (Eröffnung 1908) und hat sich um die Errichtung des Fischereihafens verdient gemacht. Der Lübbertkai dient heute nach dem Abriss der Hallen I und II (1996) dem Umschlag von Baustoffen und anderen Massengütern. Nach dem 1. Weltkrieg hat Hans Lübbert unter schwierigen Umständen die Deutsche Seefischerei AG, Cuxhaven mitbegründet. Lübbert war bis 1933 und nach 1945 wieder in seinem Amt als Fischereidirektor tätig. Seine wissenschaftliche Arbeit, die ihn zu fast allen wichtigen Fischfanggebieten rund um den Globus führte, fand ihren Niederschlag in dem Standardwerk „Die großen Seefischereien der Erde, ihre Fanggründe und Fangprodukte“. Anlässlich seines 80. Geburtstages am 20. August 1950 hat die Stadt Cuxhaven Hans Lübbert zu ihrem Ehrenbürger ernannt. Quellenhinweis: „Die Cuxhavener Straßennamen“ von Günter Wolter, 2. erweiterte und aktualisierte Auflage 2001, erhältlich unter anderem auch bei Cuxhavener Buchhandlungen. Foto: Witthohn Ein Kai und eine Fahrstraße Die Cuxhavener Straßennamen / Heute: Lübbertkai DUHNEN. Vor kurzem fand auf dem Duhner Fußballplatz ein Freundschaftsspiel zwischen der U9 von Eintracht Cuxhaven/Duhnen und einer Auswahl der Mutter-Kind- Fahrradtour mit dem ADFC CUXHAVEN. Am Donnerstag, 20. August, bietet der Allgemeine Deutsche-Fahrrad- Club eine Fahrradtour durch und um Cuxhaven an. Man trifft sich um 18 Uhr am Info-Laden, Große Hardewiek 7, und wird hübsche Strecken erkunden. Gäste sind gerne gesehen! ku/hwi Unter Drogen gefahren CUXHAVEN. Bereits am Freitag kontrollierte die Polizei in der Rathausstraße einen Volvo mit einer 29-Jährigen am Steuer. Die Beamten stellten nach einem Schnelltest Drogeneinfluss bei der Frau fest. Nach der Blutentnahme wurde ein Strafverfahren eingeleitet. ku/hwi Kurklinik Strandrobbe statt. Die Kinder der Kurklinik waren sechs bis acht Jahre alt. Selbst „Robbi“ ließ es sich nicht nehmen vorbeizuschauen. ku/Foto: Bochmann Hausfrauen auf Tour CUXHAVEN. Der Hausfrauen- Bund fährt vom 23. bis 30. September ins Allgäu. Auf dem Programm dort stehen Führungen in den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, ein Besuch der Wieskirche, eine Schifffahrt vorbei an Konstanz, Meersburg und die Blumeninsel Mainau. Auf der werden die Mitreisenden sogar einen ganzen Tag verbringen. Außerdem ist eine Fahrt nach Lindau und zum Bodensee geplant. Wer Lust bekommen hat, sich der Reisgruppe anzuschließen, sollte sich sofort bei Helga Feuerbach unter Telefon (0 47 21) 66 39 43 anmelden, da die Zahl der freien Übernachtungszimmer gering ist. Beilagenhinweis Schauen Sie bitte hinein


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