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2 KURIER STADT& LAND 21. 05. 2014 Die drei herausragenden Amtmänner In der aktuellen Kurier-Serie stellt der Cuxhavener Autor Peter Bussler viel Wissenswertes rund um unsere Stadt vor. Heute: Brockes, Abendroth und Kirchenpauer. Im Bewusstsein der geschichtsinteressierten Bevölkerung dürfte unstreitig sein, dass es im Verlauf der langen Phase der hier wirkenden Amtmänner von 1400 bis 1864 vor allem drei Persönlichkeiten waren, deren Verdienste für das Amt auffällig sind. Die Rede ist von Barthold Heinrich Brockes (1735-1741), Amandus Augustus Abendroth sowie Gustav Heinrich Kirchenpauer (1858-1864). SERIE Geschichten aus Cuxhaven und Umgebung Der hamburgische Patriziersohn und Senator Brockes (1680-1747) ließ während seiner Amtszeit das Deich- und Feuerlöschwesen verbessern. Ein Viehmarkt wurde eingerichtet und eine wöchentliche Postverbindung nach Hamburg geschaffen. Darüber hinaus beaufsichtigte Brockes die Arbeiten zur Sicherung des Fahrwassers der Elbe und veranlasste Baumaßnahmen, um weitere Uferabbrüche zu verhindern. Um das Schloss herum entstand ein blühender Park, und der weg- und steglose Wald Barnhope, heute besser bekannt als Brockeswald, verwandelte sich nach seinem Willen in einen naturnahen Landschaftsgarten. Auch das Erntedankfest hat er in Ritzebüttel eingeführt. Der 7. Band seines neunbändigen dichterischen Hauptwerkes „Irdisches Vergnügen in Gott“ (1721-48) trägt den Titel „Landleben in Ritzebüttel“ (1743). In seinen Gedichten schildert Brockes die Natur durch alle ihre Reiche, vom Sternenzelt zum „schönen Bau der Erde“ und von dort bis zum „bewundernswerten Stäubchen“. Liebevolle Naturschilderungen werden verknüpft mit Betrachtungen über Gott und die Zweckmäßigkeit der wohl geordneten Schöpfung, vom Größten bis zum Kleinsten. Sein literarisches Hauptwerk ist der frühen Aufklärung zuzuordnen. Brockes gehört damit zu den ersten Dichtern, die die bis dahin noch niemals poetisch erfasste Marschlandschaft am Meer darstellen. Gustav Heinrich, Kirchenpauer (1808-1887) residierte von 1858 bis 1864 als letzter Amtmann auf Schloss Ritzebüttel. Sein Hauptaugenmerk galt den Hafenbauplänen sowie der Modernisierung von Verwaltung und Amtsstrukturen. Von 1864 bis 1877 war Kirchenpauer in der beginnenden Zeit der Landherrenschaft der erste Landherr für die Verwaltung des Amtes Ritzebüttel. Die glücklichste Zeit seines Lebens verbracht Nach eigenem Bekunden zählten die Jahre seiner Amtmannschaft in Ritzebüttel zu den glücklichsten seines Lebens. Er betrieb in seiner Freizeit intensive Studien zur Tier- und Pflanzenverbreitung im Elbmündungsgebiet und schuf rund 40 wissenschaftliche Arbeiten, die auch in Fachkreisen große Beachtung fanden. Aufgrund seines großen Sachverstandes bezüglich Handelsfragen war er bereits am 4. Dezember 1843 in den Hamburger Senat gewählt und gehörte schon bald zu den führenden politischen Repräsentanten. Seit 1868 war er Hamburger Bürgermeister. Im Deutschen Bund, im Norddeutschen Bund und gegenüber dem Deutschen Reich vertrat er engagiert die seiner Meinung nach dringend erforderlichen Freihandelsinteressen. Ohne die Verdienste von Brockes und Kirchenpauer schmälern zu wollen, soll vor allem auf die beträchtlichen Leistungen Abendroths hingewiesen werden, die wegen der damals politisch unsicheren Zeiten umso höher gewichtet werden müssen. Am 17. Dezember 1842 war Abendroth in Hamburg verstorben. Am 6. Oktober desselben Jahres war ihm noch vergönnt gewesen, die goldene Hochzeit zu feiern. Anlässlich dieses denkwürdigen Ereignisses hatten ihm die Schultheißen und Adjunkten des Amtes Ritzebüttel nebst 166 Unterschriften hiesiger Bürger ein Glückwunschschreiben zugesandt, in welchem ausdrücklich noch einmal an alle großartigen Verdienste dieser herausragenden Persönlichkeit erinnert wurde. Es heißt darin: „Für einen höheren geistigen Segen gründeten und pflegten Sie Kirchen und Schulen; für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und Sicherheit sorgten Sie durch eine schleunige und unparteiische Pflege der Justiz und die Einrichtung der Bürgerbewaffnung. Den Sinn gemeinsamen Strebens zum allgemeinen Besten wußten Sie zu wecken und anzuregen. Die einzelnen Zweige der Verwaltung erfreueten durch Ihren umsichtigen, praktischen Scharfblick und Ihre rastlose Thätigkeit einer geregelten und vereinfachten Organisation, und unsere Communal-Verhältnisse wurden zu einer weiteren Ausbildung vorbereitet. - Durch Ordnung unserer Finanzen, durch Einführung eines sicheren Hypothekenwesens, durch zahlreiche und zweckmäßige polizeiliche Einrichtungen, durch Verbesserung an den Marine Anstalten und zum Besten der Schiffahrt, durch Aufmunterung und Unterstützung aller Art bei der Eröffnung neuer Erwerbsquellen, durch die Stiftung der wohlthätigen, nicht genugsam anerkannten See-Bade- Anstalt, durch alle diese und andere Denkmäler Ihrer landesväterlichen Fürsorge erwarben Sie unvergängliche Verdienste an unserem Amt und einen gerechten Anspruch auf allgemeine, dankbare Anerkennung. Für das Armenwesen wußten Sie durch Wiederbelebung der in Verfall gerathenen Armenordnung und durch Begründung des Nicolai Stiftes für alle Folgezeit auf sichere Weise vorzusorgen. Wenn es galt, für die Vertretung unseres Wohles, unserer Interessen und Rechte, sei es in unserer Vaterstadt, sei es bei fremden Behörden, durch Fürsprache zu wirken, so durften wir uns Ihres unerschrockenen und gern beachteten Fürwortes getrösten. ...“ Alles über Cuxhaven / Heute: Brockes, Abendroth und Kirchenpauer Amandus Abendroth. Fotos: Sammlung Bussler Barthold Heinrich Brockes. Gustav Heinrich Kirchenpauer. GLOSSE Älter werden ist schön? Na, ob das wohl wirklich so stimmt... Tja, liebe Leute, immer wieder kann man Aussagen sogenannter Prominenter lesen, die ihr Alter „gar nicht schlimm finden“ oder sogar meinen, dass sie das Älter werden „schön“ oder „interessant“ finden. Nun, da kann ich mich nicht so ganz anschließen. Die Knochen schmerzen immer öfter, die Luft wird beim Treppensteigen knapper, die Bewegung weniger. Arztbesuche häufen sich, Müdigkeit ist ein steter Begleiter, die Falten werden tiefer, die Haare grauer und immer weniger. Was soll daran bitte „schön“ sein. Man wird reifer – was bei einem Wein sicher Gutes verheißt, trifft auf den Menschen, glaube ich jedenfalls, aber nicht zu. Reifer assoziiere ich nun automatisch mit klappriger, anfälliger. Vielleicht ist diese Einstellung aber ja auch nur der Beginn einer Midlife-Krise. Oder Einbildung? Tschüss, euer Hein STADTSPARKASSE CUXHAVEN Ihr direkter Draht Alle Gebiete, Stadt Cuxhaven und Nordholz Herwig V. W itthohn (hwi), Tel. (0 47 21) 585 -393, E-M ail: hwitthohn@cuxonline.de Börde Lamstedt, Am Dobrock, Hemmoor, Nordkehdingen und umzu Thomas Schult (ts), Tel. (0 47 21) 585 -220, E-M ail: tschult@cuxonline.de Land Hadeln Joachim Tonn (jt), Tel. 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Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit vorheriger Genehmigung des Verlages. Telefon: (0 47 21) 5 85- Anzeigenannahme: -222 Redaktion: -360 E-Mail: ck@cuxonline.de Auf zum Trauercafe Die Hospizgruppe Cuxhaven lädt zum Trauercafé für Mitmenschen in Trauersituationen ein. Damit man am Sonntag nicht allein ist und es ein gemütliches Miteinander gibt. So soll es am Sonntag, 25. Mai, 15 bis 17 Uhr, in der Wagnerstraße 22 (Eingang Terrasse Tagespflege Mobicur) sein. Parkplätze vor dem Haus sind vorhanden, für Rollstuhl und Rollator geeignet! Der Hospizverein freut sich auf die Gäste. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hospizgruppe cuxhaven.de. ku/hwi Schul(halb)jahr im Ausland Ein Jahr in einem anderen Land leben - für viele Schüler ist das ein Herzenswunsch. Aber wann ist der beste Zeitpunkt für ein halbes oder ganzes Schuljahr im Ausland? Was sollte beachtet werden und welche Länder sind möglich? Welche Kosten kommen auf die Teilnehmer zu? Und was sind die Voraussetzungen für ein Stipendium? Antworten auf diese und weitere Fragen zu den Themen Schüleraustausch und Stipendien erhalten interessierte Schüler, Eltern und Lehrer aller Schulformen am Donnerstag, 22. Mai, 18.30 Uhr, im Raum 305 der VHS Cuxhaven. Vertreter des gemeinnützigen Vereins AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. informieren über aktuelle Programmangebote, Stipendien sowie ihre Gastfamilienprogramme in Deutschland. Ebenfalls eingeladen sind interessierte Familien, die gerne einen Schüler aus einem anderen Land für ein ganzes oder halbes Jahr bei sich aufnehmen möchten. ku/hwi ADFCer nahmen an Sternfahrt teil Kürzlich nahm der ADFC an der Sternfahrt der ARGEVier Seen-Platte nach Flögeln teil. Ihm hatten sich auch Kurgäste angeschlossen und radelten mit den Cuxhavenern durch Marsch, Geest und am Moor entlang, bis die Seen von nahem blinkten. In Flögeln trafenauch Gruppen aus Bad Bederkesa, Sievern und Bremerhaven ein und wurden im Heimathaus herzlich begrüßt. Eine Bläsergruppe sorgte für den rechten Schwung. Ehrenamtliche Helfer teilten Kaffee, Tee und herrlich duftenden Butterkuchen aus. Sowohl in der Döns als auch draußen im Garten kam eine fröhliche Stimmung auf. ku/hwi Flughafen-Transfer J. Johanns, Telefon 0 47 42-21 21 Beilagenhinweis Heute finden Sie in unserer Ausgabe die Prospekte folgender Firmen. Die Prospektbeilagen liegen der Gesamtauflage oder in Teilauflage bei. Schauen Sie bitte hinein


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