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23. 04. 2014 STADT& LAND KURIER 3 „Dart hat Suchtpotential“ Von 501 möglichst schnell auf die berühmte „0“ kommen Willy, Thorsten, Marcus und Monschi. Es fehlen: Latte, Nolle, Olli und Rollo. Foto: Tonn Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum Probe bei den „Sohl’nborger Büttpeddern“. Schlagzeuger Peter Weber ist wieder dabei. Kurz vor Weihnachten musste er wegen einer schweren Erkrankung pausieren. Nach der Probe kommt er uns fröhlich und munter entgegen. Und doch ist es ein anderer Peter, der von seinem Leben vor und nach seinem langen Krankenlager erzählt. Der Rheinländer aus Neuwied kam der Liebe wegen nach Norddeutschland und zog in die ehemalige Schule in Misselwarden. Lehrer wollte er ursprünglich werden, wählte Anglistik und Romanistik als Studienfächer. „Ich bin dann aber Dolmetscher und Übersetzer geworden.“ Seine Leidenschaft ist die Musik. Geprägt wurde Peter von seinem Musiklehrer, der Thomaner- Chöre ausgebildet hat. Klavier, Orgel und Schlagzeug beherrscht er hundertprozentig. Mit fünfzehn Jahren begann er, in Bands Schlagzeug zu spielen. Später verlegte er sich auf Klavierund Orgelspielen, kam dann 2007 auf das Schlagzeug zurück. Klavier steht für ihn nach wie vor an erster Stelle. „Zwanzig Jahre habe ich als Solist Tanzmusik gespielt“, erzählt er. Durch Chorleiterin Britta Quaiser lernte er die „Sohl’nborger Büttpedder“ kennen. Als Schlagzeuger ist er eine große Bereicherung. „Weil ich da so schön im Hintergrund swingen kann. Mein Vorbild ist Bert Kaempfert; sein Stück „Strangers in the night“ gefällt mir immer noch gut. Wie bei den Big Bands kann ich mich zurücknehmen. Es macht aber Spaß, rhythmische Akzente zu setzen.“ Beim Shantychor in Dorum spielt Peter das Schlagzeug nicht verhalten, sondern „straight“. So ist „Drive“ in den Chor gekommen. Wenn ein Schlagzeuger noch andere Instrumente spielt, bereichert das seine Erfahrung. Beim perkussionsartigen Klavierspielen profitiert man vom Schlagzeug und umgekehrt. „Ich kann mich besser reindenken, wo’s hingeht. Mein Ziel ist „handgemachte“ Musik, erzählt Peter. Die Musikrichtung der zwei Bands, „Rhythm Brothers“ und „Helmas Helmets“, in denen er den Klavierpart übernimmt, ist Blues, Rock-Boogie und Jazz. „Mein Lebensmotto ist: innerer Reichtum. Das hat nichts mit Geld zu tun. Man braucht etwas im Leben, was einen erfüllt. Das kann einem niemand wegnehmen. Ich liebe Musik und Reisen und freue mich, dass ich beides miteinander verbinden kann.“ Mit den „Sohl’nborger Büttpeddern“ war Peter schon einige Male zur Adventszeit auf der Insel Rügen. „Mit dem Dorumer Shantychor war ich als Dolmetscher in Frankreich gefragt, habe sogar Lieder mitgesungen. Abends habe ich Klavier gespielt. Im Winter verbringen wir immer einige Wochen in Spanien. Da mache ich bei Sessions Musik mit Engländern und Spaniern.“ Bei seinen Reisen und Wanderungen kommt die Musik nie zu kurz. Oft sind es spontane Auftritte in der Hotel-Lobby oder bei einem „Candle-Light-Dinner. „So sah mein Leben aus, bevor ich wochenlang ans Krankenbett gefesselt war. Ein Zucker-Schock mit stundenlangem, unbemerkten Koma hatte mich an den Rand des Todes gebracht. Für meine Familie war dieses Ereignis ein Trauma.“ Dass Peter rechtzeitig gefunden wurde, grenzt an ein Wunder. „Mir wurde ein zweites Leben geschenkt. Ich ruhe in mir selbst, was vorher nicht der Fall war, und nehme die Dinge viel gelassener. Die Krankheit sehe ich als Chance, den Rest meines Lebens bewusst zu genießen. Jetzt habe ich erst recht Lebenswillen. Ich bin viel zufriedener und gefestigter als vorher. Ich fühle mich sogar manchmal geborgener und bin risikofreudiger. Diese Erfahrung hat unglaubliche Kräfte geweckt. Ich bin selbstbewusster geworden und lasse mir nicht mehr alles bieten.“ Peter ist glücklich, dass seine Gedächtnisleistung erhalten geblieben ist, obwohl er klinisch tot war. Nach etwas Übung kann er seine Instrumente wieder spielen. „Als Quintessenz kann man sagen, ich bin glücklicher als vorher, habe klare Ziele, bin abgeklärter und tiefgründiger geworden.“ Foto: Tonn/jt Mensch der Woche / Heute: Peter Weber „Ich bin dankbar über ein neues geschenktes Leben.“ „In jeder amerikanischen Fernsehsendung hängt so eine Dart-Scheibe rum; nur meistens zu tief. Der Mittelpunkt der Scheibe muss auf genau 1,73 Meter Höhe hängen“, so Willy. Das Zählen ist eine Wissenschaft für sich, aber erlernbar. „Grundschulkenntnisse sind ausreichend“, findet Kollege Monschi. Von „501“ das abzuziehen, was man geworfen hat, sollte man schon können. „Ich habe vorher „E-Dart“ gespielt. Kostet 50 Cent ein Spiel. Beim Steel-Dart muss man selber rechnen. Dafür kostet es keinen Strom. Beim EDart kann man abschalten.“ „Oder auch besoffen spielen“, wirft einer der Kumpels ein und lacht. „Dem Dart-Sport fehlt ein bisschen die Lobby „Nimm den goldenen Ring von mir, damm- damm“, dudelt aus der Musicbox. Worauf kommt es beim Dart an? „Aufs Gewinnen“, antwortet Marcus wie aus der Pistole geschossen. Das Wichtigste sei die Konzentration. „Ein bisschen Talent, der Rest ist reine Kopfsache. Dart ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt Spieler, die spielen auf die Zwanzig, andere auf die Neunzehn. Der äußere Ring zählt zweifach, der innere Ring dreifach. „Dem Dart fehlt ein bisschen die Lobby“, bedauert Marcus und klärt auf: Bayern und Nordrhein-Westfalen sind die Dart-Hochburgen Deutschlands; den amtierenden Deutschen Meister stellt Bremen-Vegesack. „Uns gibt’s seit Oktober ‘83. Da waren wir noch in der Hallenbad-Gaststätte bei Rosie“, erzählt Willy, der bereits 30 Jahre Mitglied bei „First Dart“ ist. „Dart hat ein enormes Suchtpotenzial“, findet Marcus, den das Spiel seit 24 Jahren gepackt hat. Kumpel Olli hat dagegen erst 14 Dart-Jahre auf dem Buckel. „Insgesamt sind wir acht Dartspieler - aus der Wingst, Altenwalde, Altenbruch und Cuxhaven“, erzählt er. „Es ist eine Freizeit- und Fun- Liga, in der wir spielen.“ Das Schöne am Dart? „Die Jungs, die ich beim Dart getroffen habe, sind alles super Leute“, sagt Thorsten, der seit 2011 mit von der Partie ist. Zapfenstreich für’s letzte Spiel ist heute eine Stunde vor Mitternacht. Später, wenn in der „Alten Liebe“ die Stühle auf die Tische gestellt werden und die Kellnerin die ohnehin schon dämmerige Beleuchtung auf ein Minimum reduziert, schlummern unsere Dart-Helden längst daheim in ihren Betten und träumen von dem englischen Ritter, der sich dieses verflixte Spiel ausgedacht hat. jt GRODENER HOF Eigentümer Torsten Lange „Altes bleibt und Neues entsteht“ Inh. Fam. Sakelariou Nutzen Sie unsere Räumlichkeiten auch für Festlichkeiten, wie z.B. Hochzeiten, Geburtstage etc. In Absprache bieten wir auch eine Kaffeetafel außerhalb der Öffnungszeiten an. Bei der Grodener Kirche 3 • 27472 Cuxhaven Telefon 04721/666087 Neu bei uns: Mittagstisch! Genießen Sie Ihre Speisen auch im sep. Raucher-Esszimmer. Öffnungszeiten: Tägl. 11.30 – 14.00 Uhr und 17.30 – 23.00 Uhr • Montag Ruhetag Ein Aushängeschild MIT bei den BasCats zu Gast „Das ist ein Wirtschaftsfaktor, der auch noch richtig Spaß macht“, lobte Dr. Dirk Timmermann am Ende des Besuches: Zusammen mit Vorstandskollegen der Mittelstands und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU, Kreisverband Cuxhaven, hatte er den Basketballclub BasCats in Cuxhaven besucht. Im Mittelpunkt standen dabei weniger sportliche Fragen, sondern mehr die wirtschaftliche Bedeutung des Bundesligisten für die Region. „Diese wird oft unterschätzt“, bedauerte Dr. Timmermann. Rund 400.000 Euro kostet der Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der zweithöchsten deutschen Spielklasse der Pro-A-Liga. Es wäre noch weitaus mehr, wenn nicht viele ehrenamtliche Helfer ihre Arbeit kostenlos verrichten würden. „Die Spieler sind neben dem Trainerstab und einigen 450-Euro-Kräften die einzigen, die überhaupt bezahlt werden“, erläuterte Peter Neumann, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Basketball Vereins. Hohe Kosten verursacht vor allem die Randlage des Vereins ganz im Norden der Republik, denn die meisten gegnerischen Vereine sind im Süden und der Mitte Deutschlands. „Das bedeutet lange Fahrten mit dem Bus, da muss man für ein Auswärtsspiel auch schon einmal über 3.000 Euro oder mehr Gesamtkosten einplanen“, rechnete Neumann vor. Einnahmen erzielt der Verein vor allem durch den Ticketverkauf, durch Sponsoring und zu einem kleinen Teil auch durch Merchandising. Durchschnittlich besuchen etwa 1000 Zuschauer die Heimspiele. Sportlich ging es bei den BasCats in der vergangenen Saison eher um den Klassenerhalt, als um den Aufstieg. Wirtschaftlich gesehen ist das auch ganz gut so, denn ein Spielbetrieb in der ersten Liga würde nach Neumanns Angaben statt bisher 400.000 Euro pro Jahr nahezu das Vierfache kosten. „Der sportliche Erfolg darf nicht an den Kosten scheitern“, betonte Dr. Dirk Timmermann. Denn die BasCats sind ein „Aushängeschild für unsere Stadt und unsere Region“. Das zeige sich auch gerade am statistisch gemessenen Bekanntheitsgrad der BasCats, der „im Bereich von 100 Millionen Medienkontakten liegt“, wie Neumann erläuterte. Dr. Timmermann zeigte sich enttäuscht, dass die Unterstützung des Vereins durch die Institutionen des Fremdenverkehrsgewerbes „inzwischen gleich null“ ist. „Auf eine solche Marke kann man aufbauen“, ist Dr. Timmermann überzeugt. Die Rahmenbedingungen könnten besser sein: so finden die Heimspiele in einer Halle statt, in der für jeden Spieltag extra Hallenparkettboden verlegt, die Bestuhlung vorbereitet und die technischen Anlagen aufgerüstet werden müssen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 1000 Euro pro Spieltag und müssen vom Verein getragen werden. Allerdings sieht Peter Neumann die Halle aus den siebziger Jahren nicht negativ: Die Enge bedeute gleichzeitig Nähe zwischen Spielern und Zuschauern und die habe eine großen motivierenden Wert. Deshalb werden Pläne die für einen Hallenneubau entsprechend den modernsten sportlichen, technischen und sicherheitstechnischen Erkenntnissen zwar begrüßt, aber keinesfalls von Seiten der BasCats gefordert. „Aber, Cuxhavens Schul- und Veranstaltungsszene könnte einen passenden Neubau schon gut vertragen“, so Neumann. Aktuell kämpft das Team um Geschäftsführer Peter Neumann um die Lizenz für die kommende Basketball- Bundesliga Saison 2014/15. Dabei sei, so Neumann, leider noch nicht sicher, ob es auch im 11. Jahr für die 2. Bundesliga, die ProA, reichen wird. als


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