Wolf schlug bei Heckrindern zu. Schon 2016 wurden Kälber in der Küstenheide gerissen.

Heckrinder gelten als robust, und erwachsene Tiere geben allein wegen ihrer verhältnismäßig langen Hörner einen imposanten Anblick ab. Einem Wolf hat die Herde anscheinend aber doch nicht so viel entgegenzusetzen. Foto: Wendt

Heckrinder gelten als robust, und erwachsene Tiere geben allein wegen ihrer verhältnismäßig langen Hörner einen imposanten Anblick ab. Einem Wolf hat die Herde anscheinend aber doch nicht so viel entgegenzusetzen. Foto: Wendt

CUXHAVEN. Im Naturschutzgebiet Cuxhavener Küstenheiden hat ein Wolf schon vor mehr als einem Jahr Beute gemacht. Wie erst jetzt publik wurde, gingen 2016 mindestens vier Heckrind-Kälber verloren. Bei einem Kadaver konnte ein Wolfsangriff zweifelsfrei nachgewiesen werden.

So weit die Fakten, die während der jüngsten Sitzung des städtischen Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses auf den Tisch kamen und dafür sorgten, dass die unter dem harmlos klingenden Tagesordnungspunkt "Wolfsberater" geführte Debatte rasch an Schärfe gewann. Letztlich ging es dabei um die Frage, ob das Land Niedersachsen (als damaliger Eigentümer der die Heideflächen beweidenden Konikpferde, Wisente und Heckrinder) möglicherweise versucht hat, den Rinderriss unter den Teppich zu kehren.

Reinhard Hasenkampf, Ortsvorsteher von Berensch-Arensch und zum fraglichen Zeitpunkt im Auftrag des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für die Herden in der Heide verantwortlich, drückte sich diplomatischer aus: In der Ausschusssitzung sprach er davon, dass die Emotionen seinerzeit hochschlugen und an ihn appelliert worden war, die Angelegenheit nicht an die große Glocke zu hängen. Hintergrund: Das Küstenheiden-Gebiet ist nicht nur Naturerbe, sondern auch ein beliebtes Erholungsgebiet, das touristisch beworben wird und von Spaziergängern und Reitern gleichermaßen geschätzt wird.

Indizien, dass sich ein Wolf an dieser Stelle holt, was ihm anderenorts verwehrt wird, würden unter Umständen ein bisschen mehr "Natur" bedeuten als man Freizeitgästen zuzumuten gewillt ist: Dieser Verdacht stand nach Hasenkampfs Beitrag unausgesprochen im Raum.

"Sie sind sehr selbstbewusst, wenn sie so einen Vorwurf in öffentlicher Sitzung machen", wandte sich Berndt Jothe (Grüne) an seinen Ausschusskollegen von der CDU. "Dann müssen Sie sich aber auch über den regulären Weg beschweren." Gunnar Wegener (SPD) wies auf eine Internet-Datenbank des NLWKN hin, in welcher der Vorfall unter dem Datum vom 17. April 2016 aufgeführt wird. Dort steht allerdings nichts von vier toten Tieren, aufgeführt wird lediglich ein gerissenes Kalb. Nach Informationen unserer Zeitung hat das damit zu tun, dass seinerzeit nur ein Kadaver beprobt wurde beziehungsweise verwertbare Wolfs-DNA enthielt.

Dass Nutztierrisse "totgeschwiegen" würden, könne er für seinen Wirkungskreis nicht bestätigen, war von Olaf Kuball zu erfahren: Der vom Kreis eingesetzte Wolfsberater hatt im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss seine Arbeit vorgestellt. kop

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