Suchhunde im Bretterdorf. Rettungsstaffel gibt Einblick in ihre Arbeit.

Bruno versucht, auf der Suche nach den "vermissten" Kindern die Treppe zum Dach zu überwinden. Frauchen Nina hilft ihm dabei. Foto: Tröger

Bruno versucht, auf der Suche nach den "vermissten" Kindern die Treppe zum Dach zu überwinden. Frauchen Nina hilft ihm dabei. Foto: Tröger

ALTENWALDE. "Menschen finden ist ihr Job", sagt Nils Klempow, der 2. Vorsitzende des Vereins "Rettungshundestaffel Cuxland". Er war mit seinen Kolleginnen und deren Hunden zu Besuch beim "Hammer"-Projekt in Altenwalde. Dort konnten die Kinder den Hunden bei einer Suchübung zuschauen.

Gespannt warteten die Kinder, die am Dienstag beim Hammer-Projekt waren, auf die Rettungshundestaffel. Nils Klempow mit seinen Hunden Lasse und Pelle, Jessica Grieser mit Rüde Malou, Nina Blank mit ihrem Appenzeller Sennenhund Bruno und Heike Brandt mit ihrem Weimaraner Bine hatten sich die Zeit genommen, den Kindern zu zeigen, wie Hunde nach Menschen in Not suchen.

In der etwa zweijährigen Ausbildung trainieren Frauchen oder Herrchen mit ihrem Hund zwei Mal pro Woche. Der Vierbeiner kann entweder zu einem Flächensuchhund oder zu einem Mantrailer-Hund ausgebildet werden. In beiden Ausbildungen werden die Hunde für die Suche nach menschlichem Geruch konditioniert.

Der vierjährige Golden-Retriever-Labrador-Mischling Malou ist ein Flächensuchhund. Drei Kinder versteckten sich in den Bretterhütten und wurden von Rüde Malou aufgespürt. Die anderen Kinder verfolgten das Spektakel hinter dem Zaun. Frauchen Jessica gab ihrem Hund einen Befehl und ließ ihn von der Leine. Die Suche begann und Malou flitzte über die Wiese, um die Kinder zu finden. Dabei verlässt er sich ganz auf seinen Geruchssinn.

Hunde achten auf die Körperhaltung

Da die Rettungshunde in Notfällen eingesetzt werden, achtet der Hund auch auf die Körperhaltung des Menschen. Menschen in Not befinden sich entweder in einer hockenden, liegenden, sitzenden oder auch hängenden Position. So schlägt Malou bei jedem an, der sich in einer solchen Position befindet. Dann nimmt er den "Bringsler", den er um seinen Hals trägt, in den Fang und signalisiert so seinem Frauchen, dass er jemanden gefunden hat. Alle Kinder wurden von Malou gefunden. Zur Belohnung gab es Hüttenkäse mit Leberwurst aus der Tube. Eine Belohnung, die er nur beim Training erhält und die für Malou etwas ganz Besonderes ist. Dann war Bruno, der dreijährige Appenzeller Sennenhund von Frauchen Nina Blank, an der Reihe. Er ist ebenso wie Malou ein Flächensuchhund. Allerdings schlägt er anders Alarm als Malou mit dem "Bringsler": Bruno bellt wie verrückt, wenn er einen Menschen gefunden hat. Diesmal hatten sich drei Kinderpaare versteckt, die Bruno mit seiner Nase aufspüren sollte. Zwei Kinder machten es ihm besonders schwer: Sie versteckten sich auf dem Dach vom "Café Holz", das nur über eine Leiter betreten werden kann. Mutig versuchte Bruno mithilfe seines Frauchens Nina, die steile Leiter hinaufzuklettern, doch die Sprossen lagen für ihn zu weit auseinander. Trotzdem fand auch er alle Kinder und erhielt seine Belohnung.

Zum Schluss der Vorstellung gab es aber die beste Belohnung für jeden Hund, nämlich ganz viele Streicheleinheiten von den Kindern. Nele Tröger

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