Spundwand wird ab Herbst saniert. Deichverband investiert 350 000 Euro.

ESTORF. Vor gut 100 Jahren war die kleine Ortschaft Gräpel an der Oste ein bedeutender Werftstandort. Ewer und Gaffelschoner wurden hier gebaut und bis zu 20 Reeder waren dort beheimatet. Einige Relikte zeugen noch heute von dieser Blütezeit.

Geblieben sind der bei Freizeitschiffern beliebte Hafen sowie der handgezogene Prahm und die dazugehörige Gaststätte der Familie Plate, die treffenderweise den Namen "Osteblick" trägt. Ganz im Gegensatz zur Aussicht ist der Anblick des Hafens alles andere als schön.

Durchgegammelte Stahlplatten, wackelige Dalben und abgebrochene Holzpfähle versprühen zwar den Charme des Morbiden, sind jedoch ein großes Sicherheitsproblem. Denn das erhöht liegende Gelände, das in diesem Bereich den Deich darstellt, droht in die Oste zu rutschen. Dem tritt der Deichverband Kehdingen-Oste nun entgegen und hat einen Antrag auf Förderung zur Sanierung der, wie es in der Fachsprache heißt, abgängigen Spundwand gestellt.

Nach Berechnungen des mit der Planung beauftragten Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, kurz NLWKN, belaufen sich die Kosten dafür auf 350 000 Euro. Ein Großteil davon wird aus Küstenschutzmitteln des Landes gedeckt, den verbleibenden Rest trägt die Gemeinde Estorf als Grundstückseigentümer.

Die Planung sagt aus, dass parallel vor dem bestehenden Bollwerk mit einem Abstand von rund einem Meter eine Holzwand errichtet wird, deren Gesamtlänge gut 120 Meter beträgt. Dazu werden etwa 360 Pfähle mit einer Länge von bis zu zehn Metern in den Boden gerammt. Die Anlegebucht für die Fähre bleibt erhalten. Die neue Pfahlwand wird rückwärtig mit Erdankern und zur Wasserseite hin mit einer Steinschüttung gegen Umknicken beziehungsweise Abrutschen gesichert. Der verbleibende Zwischenraum wird auf das bestehende Höhenprofil angepasst, sodass die Deichlinie nicht verändert wird. Die Arbeiten werden sowohl von der Land- als auch von der Wasserseite aus durchgeführt und etwa drei Monate in Anspruch nehmen. Die Genehmigung für den sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn ist in dieser Woche beim Deichverband als Auftraggeber der Bauarbeiten eingegangen. Daraufhin hat das NLWKN als Planungsbüro am Freitag die Ausschreibungsunterlagen verschickt. Mit dem Einrichten der Baustelle wird vermutlich Anfang September begonnen, sodass vor dem Winter mit der Fertigstellung gerechnet wird. ts

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