Mathematik wird ganz leicht. Start des Schuki-Projekts der Kindertagesstätte St. Nicolai.

Rechtes Bein, linkes Bein - eins und eins ist zwei! Beim Bändertanz lernt man spielend leicht seinen Körper kennen. Und der ist nicht nur rund, sondern hat auch Ecken und Kanten. Foto: Tonn

Rechtes Bein, linkes Bein - eins und eins ist zwei! Beim Bändertanz lernt man spielend leicht seinen Körper kennen. Und der ist nicht nur rund, sondern hat auch Ecken und Kanten. Foto: Tonn

ALTENBRUCH. Wie viele Seiten hat mein Körper? Vorne, hinten. Du, der hat auch oben und unten! "Wenn man sich wie ein Vierkantholz über den Boden rollt, kann man die einzelnen Seiten spüren", sagt Emma. Gar nicht so einfach, weil man zwischendurch immer anhalten muss.

"Jedes Jahr gibt es das bereichsübergreifende "Schuki-Projekt", so Tanzpädagogin und Erzieherin Babette von der Kindertagesstätte St. Nicolai Altenbruch. Schuki – das ist eine Wort-Zusammensetzung aus Schul- und Kindergartenkind. Erster Themenblock des Theaterprojektes ist "Körper im Raum". Dabei können Kinder Mathematik am eigenen Körper erfahren. Man hat auch Flächen und Kanten am Körper, kann sich rund und eckig bewegen.

Mathematik lässt sich am eigenen Körper erfahren

Das ist eigentlich etwas, das auch in den Grundschulen praktiziert werden könnte, damit Kinder Mathematik spielerisch erfahren können. Die Kleinen sollen ihren eigenen Körper wahrnehmen und dabei auch Raumwahrnehmung erfahren.

Ein weiteres Thema sind Kreis und Quadrat; flach und senkrecht. Das Projekt ist eine mathematische Vorbildung im Elementarbereich, die man spielerisch über den eigenen Körper erfährt. Mathematik lässt sich spüren. Wenn man Mathematik taktil am eigenen Körper erfährt, dann ist der Weg geebnet, in ein abstraktes Denken zu kommen. Rechnen wird auf einmal leicht.

Der Eierschneider macht fantastische Geräusche

Übergreifend ist dabei eine Theaterbaustelle entstanden. In der wird mit Geräusch- und Klangkulissen experimentiert. Spielimpulse werden durch spontanes Improvisieren in Szene gesetzt. "Wenn der Eierschneider ins Theater geht, wird er zur Harfe", sagt Lauritz, der zusammen mit den anderen Kids schon mächtig Musik darauf gemacht hat." Man sieht’s: Die "Saiten" stehen in alle Windrichtungen. Sehr beliebt bei den Kindern: das Wackelpudding-Spiel. "Wir machen uns hart und weich. Lösen die Gelenke oder bewegen uns stakkatohaft und steif wie Roboter. Am Ende esse ich die Wackelpuddinge auf und zeige den Kindern, wie dick mein Bauch wird", lacht die Erzieherin. Dabei erleben die Kinder unterschiedliche Bewegungsqualitäten: Raum, Masse und Form. Wichtig ist: Alles wird spielerisch und frei umgesetzt.

Um das Ganze abzurunden, ist ein Ausflug in die Tischlerei Voss geplant. Da werden Vierkant- und Rundholz zu einem Tisch verbaut. Danach geht es mit den Erzieherinnen Mary und Katja nach Bremerhaven in die Phänomenta, bevor dann der zweite Themenblock des Projektes, das Schattentheater mit Birgit und Silke folgt. Das wird bis zu den Sommerferien noch lange nicht alles sein, was die "Schukis" in der Kita St. Nicolai erleben werden. jt

Cuxhavener Nachrichten Niederelbe Zeitung Der Helgoländer CUXjournal Cuxtipps