Einwanderer an der Oste. Nutrias machen sich breit und gefährden Deichsicherheit.

NIEDERSACHSEN. Der bekannte Tierforscher Bernhard Grzimek hätte sie sicherlich als "possierliche Tierchen" bezeichnet - und vom Aussehen und Verhalten her sind sie es sicher auch. Nur hat ihr Bestand in den letzten Jahren überhand genommen und nun sind die Nager auch an der Oste angekommen.

Der Nutria, lateinisch Myocastor coypus, ist eine aus Südamerika eingeschleppte Nagetierart. Salopp ließe er sich auch als "Bisam XXL" bezeichnen, denn die Tiere erreichen eine beachtliche Größe von bis zu 80 Zentimetern, bei einem Gewicht von rund 15 Kilogramm. Nutrias sind fast reine Vegetarier, ernähren sich überwiegend von Wurzeln, Wasserpflanzen und Hackfrüchten. Sie finden daher in Niedersachsen mit seinen zahlreichen Flüssen, Seen und Teichen einen idealen Lebensraum vor. Ursprünglich stammt diese Tierart aus Südamerika und wurde in Europa zur Pelzgewinnung eingeführt. Ihr Fleisch gilt als schmackhaft.

Nutrias leben in Erdbauten, deren Eingänge oberhalb der Wasserlinie liegen. Dort wohnen sie in Gemeinschaften von gut zwölf Tieren zusammen, die in der Regel Eltern und ihre Kinder umfassen. Nutrias können sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen und sind nach etwa fünf Monaten geschlechtsreif. Sie halten keinen Winterschlaf und sind besonders in der Dämmerung aktiv. Da sie keine natürlichen Feinde haben, wächst ihre Population ständig an, was mittlerweile zu massiven Schäden an Uferbefestigungen und Deichen führt. ts

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