Bewährtes Projekt. Tiere helfen, einzigartige Landschaft offen zu halten.

Arne Hasenkampf dokumentiert die Weidegewohnheiten der Konikherde. Foto: Jothe

Arne Hasenkampf dokumentiert die Weidegewohnheiten der Konikherde. Foto: Jothe

CUXHAVEN. Das Projekt "Cuxhavener Küstenheiden" wurde in den Jahren 2005 bis 2009 zunächst als LIFE-Natur-Projekt mit Fördermitteln der Europäischen Union begonnen. Seit 2009 wird es vom Land Niedersachsen fortgeführt. Von Ende 2006 bis 2016 wurde in den Cuxhavener Küstenheiden die Großtierbeweidung im Rahmen einer Pilot- und Versuchsphase durch den NLWKN durchgeführt.

Nachdem sich diese Form der Beweidung naturschutzfachlich als erfolgreiches Mittel zur Pflege und Entwicklung ausgewählter Teile der Cuxhavener Küstenheiden erwiesen habe und die Steuerung des Weidemanagements unter tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Aspekten mittlerweile fachlich ausgereift sei, habe die Trägerschaft in neue Hände gelegt werden können, erklärte eine Sprecherin. Dem NLWKN fehle die rechtliche Zuständigkeit für ein dauerhaftes operatives Engagement in diesem Naturschutzgebiet.

Die naturschutzfachliche Begleitung vor Ort hat die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer übernommen. Dezernent Jürgen Rahmel ist von dem Projekt begeistert: "Dieser unverbaute Übergang vom Watt zur Küstenheide ist etwas ganz Besonderes. Die Tiere helfen, diese einzigartige Landschaft zu erhalten."

Finanzielle Unterstützung durch das Land

Das Land Niedersachsen finanziert den Aufwand der Beweidung. Arne Hasenkampf muss genau dokumentieren, welche Tiere wie lange wo geweidet haben, damit daraus Rückschlüsse auf die Vegetation gezogen werden können. Der aktuelle Vertrag läuft über zwei Jahre. Solche Projekte liefen immer befristet, erklärt Rahmel. Der Wunsch, es darüber hinaus fortzusetzen, sei aber da. Es gelte, für die Zukunft weitere Lösungs- und Fördermöglichkeiten zu akquirieren. Denkbar sei beispielsweise auch eine Vermarktung des Fleisches der Heckrinder in Partnerrestaurants des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Heideflächen selbst gehören der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Beweidung durch robuste Haus- oder Wildtierrassen verhindere die aufkommende Verbuschung und gestalte dadurch offene, nährstoffarme Landschaften. Diese Offenlandbereiche, beispielsweise Heiden, Trocken- und Magerrasen, würden von gefährdeten Arten wie der Heidelerche, Kreuzotter und seltenen Schmetterlingen und Pflanzen, beispielsweise dem Silberfleck-Bläuling und der Sandstrohblume, besiedelt, heißt es von der DBU. Ein vergleichbares Beweidungsprojekt wie in Cuxhaven gibt es auf der DBU-Naturerbefläche Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt.

kaj

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